#40 Was tun, wenn es in der Kita schwierig wird? Herausforderungen im pädagogischen Alltag begegnen

Shownotes

In dieser Folge spricht Lea Wedewardt mit Andrea Tures darüber, warum der pädagogische Alltag in der Kita als herausfordernd erlebt werden kann. Dabei geht es nicht nur um einzelne Kinder, sondern auch um Strukturen, Fachwissen, Teamprozesse, Zusammenarbeit mit Familien und die eigene Haltung pädagogischer Fachkräfte. Andrea Tures zeigt, warum es wichtig ist, Kinder nicht vorschnell als „schwierig“ zu bewerten, sondern herausfordernde Situationen fachlich einzuordnen.

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Folge zur Bertelsmannstudie aus dem Kita-Podcast von Lea Wedewardt

Andrea Tures (Hrsg.): Das schwierige Kind?: Herausforderndem Verhalten professionell begegnen - in Krippe, Kita und Grundschule

Bertelsmann Stiftung (Hrsg.): Regelmäßige Überlastung durch personelle Unterbesetzung

Transkript anzeigen

00:00:00: Schwierigkeiten im pädagogischen Alltag, das ist ja ziemlich üblich.

00:00:04: Das hört man eigentlich überall, dass der pädagogische Alltag herausfordernd ist.

00:00:09: und damit herzlich willkommen zu dieser neuen Podcast-Folge!

00:00:13: Heute wird es nämlich um Herausforderungen gehen in Pädagogischer Alltag – um Schwierigkeiten was tun wenn es in der Kita schwierig wird.

00:00:21: Herausforderung im pädagogischenalltag begegnen und ich freue mich total, dass heute Andrea Thures hier ist.

00:00:27: Herzlich Willkommen hier im Podcast.

00:00:30: Hallo Lea, ganz herzlichen Dank für die Einladung.

00:00:55: Du forscht und lehrst am Institut für Kindheits- und Schulpädagogik an der Justus Liebiguniversität in Gießen.

00:01:12: Und beschäftigst dich schon seit langer Zeit mit kindlicher Entwicklung früh pädagogischer Qualität, und Inklusion ist vor allen Dingen ja auch eins deiner Themen!

00:01:21: Du leitest den Masterstudiengang inklusive Pädagoik und frühkindliche Bildung Und hast eine Arbeitsgruppe gebildet, im Jahr zwanzig.

00:01:29: Nämlich zum Thema Neurodiversität, Neurodivergenz und neuroaffirmative Pädagogik eben an der Uni Gießen.

00:01:38: Du bist auch die Herausgeberin des Buches Das Schwierige Kind und das verbindet uns auch.

00:01:44: da habe ich nämlich auch mit Kathrin Hohmann zusammen ein Artikel drin geschrieben.

00:01:49: Und ja, auf diesem Cover steht hier auch das Schwierige Kind Fragezeichen.

00:01:54: Was hat es denn mit dem Fragezeichnen auf sich?

00:01:58: Ja also das Fragezeiche verweist eben darauf dass wenn's schwierig wird... Also wenn wir als Erwachsener, als pädagogische Fachkräfte vielleicht auch als Eltern Wenn wir gestresst sind, vielleicht sogar schon überlastet Dass wir dann vielleicht in einer Kurzschlusshandlung einem kind dafür die Schuld geben und seinem Verhalten Und deswegen thematisieren wir das in dem Buch, die Themen, die vielleicht auch manchmal so ein bisschen tabuisiert sind.

00:02:26: Weil in der Regel wollen wir ja über Kinder als kompetent sprechen ganz ressourcenorientiert sein also über diese Gefühle und die Sichtweisen, die eben in uns hochkommen können.

00:02:36: wenn wir als pädagogische Fachkräfte herausgefordert sind und das buch das schwierige Kind Fragezeichen Herausforderung im Verhalten professionell begegnen, das richtet dann eben genau den Blick auf die herausgeforderten Erwachsenen.

00:02:48: Auf die pädagogischen Fachkräfte und eben auch auf ihre Handlungsmöglichkeiten.

00:02:53: weil darum geht es ja wir müssen ja einfach in der Lage sein dann zu handeln professionell zu handelen und idealerweise so dass wir nicht nur den Kindern professionell belegen sondern dass wir dann gleichzeitig uns dabei auch selber entlasten.

00:03:07: Und also das heißt, es geht vor allen Dingen ja auch darum wie wir ihr dass selber bewerten als Fachkräfte.

00:03:12: Das heißt es geht ja auch viel dann um mich selbst vielleicht als pädagogische Fachkraft.

00:03:17: auf welchen Ebenen sind denn so Herausforderungen noch zu sehen?

00:03:21: Also da gibt's ja sicherlich verschiedene Ebene.

00:03:25: Genauer sich glaubt, dass es total wichtig ist das Thema Herausforderungen in der Kita also wenn's wirklich schwierig ist.

00:03:32: Sich wirklich genau anzuschauen und da nicht so ganz verkürzt zu sagen Das ist jetzt immer der eine Grund und das ist immer das Kind.

00:03:40: Das sind natürlich Rahmenbedingungen und Strukturen, über die wir vielleicht heute auch sprechen können.

00:03:44: Es sind aber auch Verhaltensweisen von Kindern, die wir trotz jahrelanger Erfahrungen und großer Expertise in anderen Bereichen noch nicht verstehen.

00:03:53: Das kann aber auch nicht nur die Pädagogik mit und am Kind sein – das kann auch die Zusammenarbeit mit Familien oder Eltern sein!

00:04:00: Oder sogar die anderen Kolleginnen, die es uns schwierig machen, also zumindest so nach unserer Wahrnehmung.

00:04:07: Das sind alles Faktoren, die man sich eben auch anschauen kann.

00:04:11: Ja dann lass uns doch einfach mal diese verschiedenen Ebenen durchgehen und die verschiedenen Ebenden einfach mal anschauen.

00:04:19: also was macht Pädagogik im Kita Alter herausfordernd wenn wir uns die Strukturen anschauen?

00:04:27: Also zum Beispiel da muss ich ja sofort an Lautstärke denken, da muss ich sofort an Personalmangel denken.

00:04:35: Was würdest du denn sagen?

00:04:36: Was sind so die Parameter,

00:04:38: die

00:04:41: von den Strukturen her schwer machen oder herausfordernd sind?

00:04:45: Also ich glaube, die Gründe können auf dieser strukturellen Ebene ganz vielfältig sein.

00:04:49: aber ich glaub ein Thema was wir ja heiß und indik diskutieren auch in den Medien ist der Personalmange.

00:04:55: also nicht nur die Frage wie viele sind dann überhaupt am Montagmorgen noch da?

00:04:59: Sondern was können die denn eigentlich auch?

00:05:01: Was können sie noch leisten, wie überlastet sind die schon.

00:05:04: Denn es gibt ja einen großen Unterschied ob wir nur herausgefordert sind oder ob wir eben schon überlastete sind.

00:05:10: also wir unterscheiden in der Wissenschaft zwischen dem Überlastungs erleben Also einem ich kann nicht mehr Ja und auch damit verbundenen gesundheitlichen Risiken.

00:05:19: Und naja Ich bin halt belastet ich fühle mich heraus gefordert.

00:05:23: so eine gewisse Herausforderung Kann hier auch ganz gut sein um gut durch den tag zu kommen sonst wird sich auch zu langweilig.

00:05:28: Und dann ist natürlich ein weiterer wichtiger Punkt, wie die, die noch da sind aufgrund des Fachkräftemanges.

00:05:33: Wie qualifiziert sind sie denn?

00:05:35: Also haben die überhaupt eine formale Ausbildung als pädagogische Fachkraft Erzieher in Kindheitspädagogin oder haben Sie das nicht?

00:05:45: Wir diskutieren ja auch ganz viel gerade über Quereinstieg und auch wenn Sie eine Ausbildung haben heißt es ja nicht automatisch dass sie für ein bestimmtes Thema schon perfekt vorbereitet sind.

00:05:54: deswegen finde ich es immer total wichtig zu schauen Wie viele sind da?

00:05:58: Was können die leisten, was fehlt vielleicht auch.

00:06:01: Ich finde das auch bei Personalauswahl total wichtig, auch wenn wir uns die Leute vielleicht nicht mehr so gut aussuchen können wie früher und es geht aber auch wirklich nochmal um die Frage, was trägt uns denn durch den Alltag?

00:06:14: also haben wir dann systematische Strukturen Lia, ich glaube warum wir das Buch auch gemacht haben und da stecken ja ganz viele unterschiedliche Autor-Innen drin.

00:06:24: Also eine Nora Imlaune Inke Hummel du und Katrin Hohmann aber auch Herr Professor Fröhlich Gildhoff der sich seit Jahrzehnten mit herausforderndem Verhalten beschäftigt oder Profo Professorin Doktorin Dorothee Gutknecht, die sich ja so mit dem Beißen auch in der Krippe auskennt ist.

00:06:40: Weil wir gesagt haben Wir müssen mal in einem Buch ganz viele Standard Situationen, die auch mit bestimmten Verhaltensweisen von Kindern anhergehen besprechen damit Kita Teams mal schauen können Haben wir denn dafür schon ein systematisches Konzept?

00:06:53: weil gerade wenn wir wenig sind und vielleicht auch wenig haben die Formale gut ausgebildet sind oder Wo auch einfach in bestimmten Bereichen Fort- und Weiterbildungs fehlt, weil man ja immer weniger Zeit hat.

00:07:06: Dann ist es umso wichtiger ein systematisches Konzept zu haben.

00:07:09: Und ihr habt einen ganz wichtigen Beitrag geschrieben über bedürfnisorientierte Pädagogik Weil das so die Grundlagen sind.

00:07:17: Die gehören natürlich zu den Strukturen schon dazu Die wenigen, die noch da sind.

00:07:23: Kein systematisches Konzept haben, an dem sie sich dann auch professionell entlang heilen können kann das ja noch belastender sein weil man ja bei jedem Kind dass zum Beispiel aggressives körperliches Verhalten zeigt oder beißt wieder von vorne anfängt und weil dann ja auch Personalwechsel viel schwerer zu verkraften sind.

00:07:44: und das entsteht dann glaube ich manchmal aus so ein Sissifussgefühl.

00:07:49: Und abschließend würde ich aber gerne auch noch sagen, dass wir über Strukturen alleine.

00:07:55: Ja also sowas wie formale Qualifikationen und wie viele sind da?

00:08:00: Und wie groß sind unsere Räume?

00:08:02: Wie ist die Lautstärke, diese sogenannte Ausstattung, von der wir immer sprechen, das man über die allein nicht pädagogische Qualität erklären kann.

00:08:11: Also ich finde es wichtig, dass für bildungspolitisch ordentlich auf den Tisch hauen und sagen Wir brauchen bessere Strukture!

00:08:18: Wir brauchen mehr qualifiziertes Personal und gleichzeitig aber auch sagen, das ist nicht alles.

00:08:24: Also es gibt – und das sehen wir in der Forschung – Studien zeigen, dass pädagogische Fachkräfte mit einer relativ geringen Ausstattung sehr gute Arbeit machen können.

00:08:37: Und es gibt auch Studien die zeigen, Kitas, die eine sehr gute Ausstättung haben, keine qualitätvolle pädagogische Arbeit machen.

00:08:47: da genauer hinschauen und das ist ja, glaube ich auch was ihr stark macht.

00:08:51: Also das soll überhaupt nicht der Aufruf dazu sein dass jetzt alle pädagogischen Fachrechte unter schlechten Rahmenbedingungen noch mehr leisten müssen sondern ich will sagen beispielsweise bleiben wir bei der Bedürfnisorientierung.

00:09:03: Das ist nicht nur eine Frage wie viele sind im Raum Sondern auch Was haben die für eine Haltung?

00:09:08: Was haben sie für ein Entwicklungsfachwissen Was haben die für eine Agenda?

00:09:12: und gibt es da auch eine systematische Vorgehensweise, die auch durch eine Leitung gut umgesetzt ist?

00:09:18: Also Strukturen erklären nicht alles sind aber trotzdem extrem wichtig.

00:09:24: Und dann müssen wir bildungspolitisch gerade richtig kämpfen dass das nicht weiter ausgehebelt wird in die falsche Richtung.

00:09:32: Ja allerdings Ich musste gerade auch an das Thema Eingewöhnung denken, weil ich mich grade wieder damit beschäftigt hatte.

00:09:40: Da ist ja zum Beispiel jetzt der Trend, dass halt Eingawöhnungen wirklich länger geht... Also was heißt der Trend?

00:09:46: Das ist dann auch sinnvoll!

00:09:47: Dass Eingwöhnungs- viel länger dauern aber nur weil eine Eingwehnung viel länger daurt also vielleicht acht Wochen, zwölf Wochen heißt das noch nicht dass innerhalb dieses Eingewöhnungsprozesses tatsächlich eine wirkliche Beziehung aufgebaut wird.

00:10:02: Dafür braucht es dann eben die spezifischen Kompetenzen, dass ich als Persönlichkeit Und als Unmitfachwissen weiß, wie baue ich überhaupt eine Beziehung auf.

00:10:12: Also das heißt es geht nicht nur um den Rahmen sondern auch wirklich um diesen Inhalt.

00:10:16: und gerade jetzt ist es doch gut möglich?

00:10:19: Auch jetzt wo ja weniger Kinder da sind, wo teilweise eben die... Fachkräfte sich nicht mehr aussuchen können, wo sie hinwollen.

00:10:29: So ungefähr ist ja jetzt wieder mehr Möglichkeit auch wirklich in den Auswahlprozessen zu gucken wer es dafür wirklich geeignet.

00:10:36: na also das ist auf jeden Fall total wichtig.

00:10:40: neben dem ganzen neben dieser Frage auch von Personal Ja wie viel Personal da?

00:10:48: Es ist jetzt nicht alles sondern dass was eben an Kompetenzen in der Interaktion möglich ist.

00:10:54: Also du sprichst ein ganz wichtiges Thema an, dass wir nämlich teilweise ganz unterschiedliche Ausgangslagen haben.

00:10:59: in den neuen Bundesländern.

00:11:00: Haben wir tatsächlich, spüren wir schon im demografischen Wandel und sehen eben auch weniger Kinder.

00:11:05: also da haben wir gar nicht mehr wie in manchen alten Bundesländer- und Flächenländern wo wir tatsächlich immer noch einen Fachkräftemangel haben, wo es immer noch sehr schwierig ist überhaupt Personal zu kriegen.

00:11:16: Da haben wir schon eine völlig andere Situation und Du sagst natürlich völlig zurecht Auch wir dürfen, das darf jetzt nicht dazu führen dass wir Leute gehen lassen.

00:11:24: Insbesondere wenn die richtig gut sind und du sprichst letztendlich an worum es geht.

00:11:30: also Quantität heißt nicht gleich Qualität.

00:11:32: plus weil viele da sind plus was lange dauert plus weil Leute sehr viel Zeit mit etwas verbringen heißt das nicht dass das qualitativ gut ist.

00:11:41: So ist es ja auch bei den Kindern, also beim Thema Eingewöhnung.

00:11:43: Da bist du ja auch Expertin und hast dazu ja auch dieses ganz wunderbare Buch gemacht, Ankommen dürfen nicht loslassen müssen oder andersrum.

00:11:54: Also da wirklich als Fachkraft zu erkennen wann ist ein Kind denn angekommen?

00:11:57: Genau!

00:11:58: Da könnten wir jetzt einen eigenen Podcast dazu machen und dafür brauchen wir Qualifikationen und wir brauchen auch ganz bestimmte Konzepte Weil wir müssen schon auch schauen, was sagt denn die wissenschaftliche Evidenz?

00:12:09: Ja also dass es nämlich bindungsorientiert sein muss und das ist eben um den Beziehungsaufbau geht.

00:12:14: Und es gibt Kinder ich bin ja viel an der Praxis die kriegen diesen Beziehung auf Bau super schnell hin Und da sind die Eltern vielleicht relativ schnell wieder draußen nach ein paar Tagen oder so, ja?

00:12:25: Oder es kommt schnell zur ersten Trennung.

00:12:27: Und andere Kinder brauchen dafür sehr lange und das geht ja darum A von B zu unterscheiden und individuell zu reagieren.

00:12:34: also deswegen haben wir ja in Gießen auch einen kindheitspädagogischen Studiengang weil dass eben Fach know-how braucht und in unserem Buch gibt es ja auch keine einfachen Rezepte, aber wir haben eben im schwierigen Kind Fragezeichen immer so für jedes Kapitel also egal ob's umgrundlang wie die Bedürfnisorientierung geht oder auch Weißverhalten in der Krippe.

00:12:55: Oder ich habe ja auch was zum Thema Regulation geschrieben, was ja auch für Neurodiverkendekinder wichtig ist.

00:13:00: Dass wir immer so kurz antisanen, worum geht es denn eigentlich?

00:13:03: Und da stehen dann die Aspekte drin, wo wir sagen das ist ein ganz wichtiges Entwicklungsfachwissen.

00:13:08: Also man muss zum Beispiel bleiben beim Beißen und muss auf jeden Fall mal die unterschiedlichen Gründe kennen warum Kinder beißen damit man das überhaupt verstehen kann.

00:13:16: Es macht einen riesigen Unterschied ob es tatsächlich aggressiv motiviert ist, was in der Krippenzeit oder Kleinkindphase von nur bis drei ganz selten passiert oder ob es zum Beispiel orale Erkundung ist.

00:13:31: Weil im zweiten Fall braucht's ein Backspachtel und vielleicht, und im ersten Fall braucht wieder was ganz anderes.

00:13:39: Und das war uns bei dem Buch einfach so'n wichtiges Anliegen dass wir häppchenweise wirklich den pädagogischen Fachkräften Ideen und so Hintergrundinformation an die Hand geben Weil sie vielleicht in den schwierigen Strukturen, bei denen wir ja waren nicht so in der Lage sind sich ewig lang fort und weiter zu bilden.

00:14:01: Wo finde ich überhaupt eine gute Fort- und Weiterbildung?

00:14:02: Und wir haben ja auch deswegen in jedem Kapitel ne Podcastempfehlung nochmal ein Praxistipp weil wir ja glaube ich alle als Autorengruppe Sie an Gemeinschaftsprojekt glauben dass da wirklich ganz grundlegende Wissenshäppchen drin stehen Warum sich Kinder so verhalten können und wie man dann eben auch darauf professionell reagiert, dass man eben als pädagogische Fachkraft selbst entlastet ist.

00:14:28: Wie mache ich mich denn an so einem ... weil wir jetzt noch von Strukturen sprechen?

00:14:32: An so ein Konzept dran?

00:14:34: also sagen wir mal für einen beißendes Kind, wenn wir da eben eine Struktur brauchen.

00:14:41: Eines Konzeptes wie wir damit umgehen?

00:14:43: Wie gehe ich denn daran als Team?

00:14:45: also was schreibe ich darauf mal ganz platt gefragt

00:14:51: Ich würde sogar noch weiter vorne ansetzen.

00:14:52: Ich berate ja ganz viele Träger und Kommunen auch Leitungen Und ich frage immer dann als erstes wo drückt der Schuh denn am meisten oder die Pantoffel?

00:15:03: Also was tun, wenn es brennt würde ich da immer sagen.

00:15:06: Nicht nur was tun wir schwierig wird also wo ist dann in der Kita

00:15:10: A

00:15:11: gerade die Belastung des Belastungs auch das Überlastungs erleben am größten?

00:15:16: oder auch auf Kinderschutz?

00:15:18: eben das ist ja auch ein kinderschutzbuch.

00:15:20: Wo beobachtet denn die leitung die fachberatung?

00:15:22: und wo obachten dann kolleginnen dass sie sich nicht adäquat, nicht entwicklungsangemessen vielleicht sogar durch pädagogisches Fehlverhalten mit Themen auseinandersetzen.

00:15:33: Da müssen wir als erstes rangehen.

00:15:35: also das ist auf jeden Fall mein Plädoyer dass wir als Erstes mal schauen wo der größte Leidensdruck Und da bietet das Buch eben viele Auswahlmöglichkeiten, sich das wirklich nochmal anzuschauen.

00:15:47: Dann kommt man nämlich auch weg vom einzelnen Kind.

00:15:49: Man denkt ja dann vielleicht erst mal in der Überlastungssituation.

00:15:52: Ja, das ist ja der eine und wenn wir den irgendwie loswerden und wenn er dann bald in der Schule ist, dann wird alles gut.

00:15:56: Und diese Kinder sind ja Rauchmelder dafür dass wie in unserer Einrichtungen zum Thema X wo wir sonst vielleicht sehr hervorragend arbeiten noch keinen Konzept haben.

00:16:06: So würde ich also vorgehen und dann konkret schauen Dann kann man sich ja einen Beitrag ausschauen.

00:16:11: Man kann vielleicht feststellen, wir müssen uns überhaupt erst mal mit bedürfnisorientierter Pädagogik auseinandersetzen.

00:16:16: Wir dachten, es wäre ein neumodiges Zeug.

00:16:19: Neumodisches Zeug ist ganz evidenzbasiert und bindungsorientiert und entwickelungsförderlich.

00:16:24: Und dann kann man eben wunderbar Konzeptionstage nehmen, die ja Einrichtungen haben.

00:16:29: Also den Tag wo sich ein ganzes Team auch mal mit was auseinanders ist und zu schauen wie gehen wir jetzt an das Thema ran?

00:16:36: Da bietet dann das jeweilige Kapitel in eurem Fall Eures einfach ja die Bausteine!

00:16:41: Was sind die Basics, die wir wissen

00:16:42: müssen?!

00:16:44: Was bedeutet das auch für den Alltag?

00:16:45: Wir arbeiten ja mit ganz vielen Praxisbeispielen.

00:16:47: Wir haben dann noch ein konkretes Praxis Beispiel, an dem man da nochmal sehen kann wie viel machen wir schon?

00:16:53: und es gibt auch ganz klar immer die Rubrik Verantwortung von Leitungen und Träger weil Das ist nicht nur ein individuelles Thema für einzelne Fachkräfte, da müssen ganze Teams ran.

00:17:04: Also es ist Teamentwicklung, Qualitätsentwickling und das kann man denke ich mit unserem Buch das Schwierige Kind Fragezeichen hervorragend machen.

00:17:11: gleichzeitig kann aber jede einzelne fachkraft auch abends um zehn was war ja so die Vorgabe von mir als Herausgeberin noch einen Beitrag lesen und schauen ob sie für eine individuelle Herausforderung diese vielleicht auch mit einem spezifischen kind hat.

00:17:25: in anderen Lösungsansatz findet also beides möglich Team-Entwicklung, Strukturen verändern als auch individuell sich Unterstützung holen.

00:17:35: Also es hat schon viel mit Wissensaneignung zu tun, dass man sich anliest was das man vielleicht dann auch Fachtage oder sowas dazu macht.

00:17:45: Das gerade eben auch davon gesprochen ist eine Kind was am Ende vielleicht weg ist und dann wird alles besser.

00:17:55: Defizitärer Blick auch, also auf ein Kind was sozusagen der Sündenbock.

00:18:01: Also ich überspitze jetzt mal bisschen das Sünden-Bock vielleicht auch ist in dem Moment.

00:18:06: Lass uns mal zu den Kindern an sich gehen die quasi uns wirklich herausfordern und die dann eben vielleicht über die wir dann zu solchen Aussagen vielleicht geneigt sind.

00:18:19: Was es ja wenn wir von schwierigen Kindern reden Warum ist das so problematisch, wenn wir so einen Blick haben?

00:18:31: Ja ich würde sogar vorab noch sagen.

00:18:32: Ich glaube dass es erst mal einfach nur ein Entlastungswunsch.

00:18:37: also das kennen wir glaube ich alle egal in welcher Situation dass wir manchmal extrem herausgefordert sind.

00:18:43: bei uns ist zum Beispiel immer sehr wild zum Semesterbeginn und wenn dann eben noch einer oder eine kommt und sich irgendwie verhält und dann ist das quasi der Gipfel des Eisbergs Denkt man vielleicht im ersten Moment der oder dies jetzt schuld, ja?

00:18:59: Also wenn das Nervenkostüm bei uns dünn ist.

00:19:04: Und ich glaube es ist erstmal wichtig das auch anzuerkennen also wenn ich mit Teams arbeite und auch die Berate und Begleiter dann ist es schon auch wichtig erst mal offen über diese ganzen Emotionen zu sprechen die vielleicht auch ein Kind auslöst Die vielleicht auch ein Kind mehr auslöst als andere.

00:19:19: Wir haben ja auch einen ganz wunderbaren Beitrag im Buch über Antipartien, absolutes Tabuthema!

00:19:23: Ich bin Bezugserzieherin und ich kriege eine Eingewinnungskind.

00:19:26: Ich merke sofort – ich mag das nicht.

00:19:28: Und die Mutter mag ich auch nicht.

00:19:30: Das müssen wir bearbeiten und ich glaube, wir müssen das enttabuisieren und also ich werde nen Teufel tun und von der Uni in den Kita-Team kommen.

00:19:38: Also ich habe auch viel Praxiserfahrungen.

00:19:39: aber wer jetzt nicht von außen kommt und sagen jetzt reißt euch doch alle mal zusammen?

00:19:43: Also doppelte pädagogische Ebene sagen wir an der Uni immer wieder, also wir wollen ja auch die Erwachsenen nicht so behandeln wie wenn ich wollte dass die Kinder behandelt werden.

00:19:51: Und das Bedürfnis nach Entlastung zu sehen ist glaube ich ganz wichtig und dann aber auch da nicht stehen zu bleiben und zu sagen Ja, das ist alles ganz schlimm.

00:19:59: und das arme Kind und jetzt sagen wir den Eltern mal über Spitz jetzt mal es darf morgen nicht mehr kommen weil ihr alle so überlastet seid Weil wir haben ja ein Rechtsanspruch auf Betreuung Kindheitspädagogische Fachkräfte in allen Kitas, Hortenschulen.

00:20:14: Ganztags betreuen wir einen bedarfsgerechten Förderauftrag der besagt egal welche Ausgangslage, egal ob das Kind das erste Mal gerade mit deutschen Büroungen kommt.

00:20:24: Egal ob das kind eine Beeinträchtigung hat körperlich oder geistig, ob es neurodivergent ist welches Geschlechtes hat, welchen kulturellen Hintergrund Wir müssen dieses Kind individuell unterstützen und fördern Und dem müssen wir nachkommen.

00:20:39: Das ist ein Bundesgesetz und deswegen müssen man manchmal auch laut werden und schreien und sagen lieber Träger, liebes Ministerium, liebe Kita-Leitung.

00:20:47: das können wir gerade nicht umsetzen.

00:20:48: aber es müssen wir tun und deswegen ist es glaube ich wichtig klar zu machen Wir als Fachkräfte sind in der Verantwortung.

00:20:56: Wir werden dafür bezahlt und wenn wir zur Kita Tür reinkommen sind wir an der Verantwortung.

00:21:04: Ein Kind als schwierig oder es gibt ja noch viel schlimmer Begriffe, die ich jetzt hier auch gar nicht reproduzieren will.

00:21:12: Da gibt's ja auch ganz stigmatisierende Bezeichnungen und diskriminierende bezeichnenden für Kinder, die etwas in einem auslösen unangenehme Gefühle über Forderung.

00:21:22: das ist eben nicht nur kontraproduktiv weil dadurch lande ich in der Sackgasse weil wenn jemand anders schuld ist, komme ich da ja nicht gut raus.

00:21:30: Kann ich nichts machen?

00:21:31: Das höre ich dann auch manchmal in der Verzweiflung, wenn alle offenreden.

00:21:35: Wir können eh nichts machen.

00:21:37: Das sind die Eltern, das sind Erziehungsprobleme.

00:21:39: Die müssen zu Hause mit dem Kind sprechen ... oder hier, ich wüsste ja was zu tun wäre aber das darf ich ja nicht mehr machen.

00:21:48: Stichwort Kinderschutz.

00:21:49: also damit sind dann unzulässige psychische und körperliche Strafen gemeint die wir er zurecht nicht mehr wollen und deswegen auch Gewaltschutzkonzepte haben.

00:21:56: und ich glaube da ist es zum Beispiel auch meine Aufgabe egal ob ich an der Uni leere Fort- und Weiterbildung mache oder auch dass was wir im Buch versucht haben den Blick wieder zurückzurichten und so sagen es gibt Handlungsmöglichkeiten Also das Verhalten, besser zu verstehen und die Handlungsmöglichkeiten zu kriegen.

00:22:15: Und dann auch zu merken dass funktioniert Das Kind reagiert jetzt anders Es ändert sich.

00:22:20: was im Alltag Wir sind entlastet ist, dass es unglaublich toll war das zu beobachten wenn ich Teams begleite?

00:22:28: Das ist genau das warum wir das Buch gemacht haben Warum Ich das initiiert habe Also dieses ermöglichen, neue Räume schaffen dann auch zu sehen wie Kinder sich auch total in ihrem Verhalten verändern.

00:22:40: Wenn wir Erwachsenen uns verändern das idealerweise sogar für eine ganze Einrichtung hinzukriegen dass wir eine andere Kultur des Umgangs haben mehr Beziehungsqualität und wirklich fachliche Strategien Das ist wunderbar.

00:22:52: und ich sage auch meinen Studierenden immer so macht man Praxisentwicklungen Wenn ihr es anders macht und wenn andere dann sehen, dass es anders funktioniert.

00:23:01: Und das Kind anders ist die Kolleginnen sagen dann manchmal auch das ja wirklich ganz anders drauf.

00:23:06: jetzt also Dann hat man den richtigen Weg gefunden und Also Kinder Abzuwerten Ist nicht erlaubt.

00:23:16: Das ist psychische Gewalt.

00:23:18: Das hat Jörg Maywald in unser buch auch beschrieben und Es ist auch tatsächlich für die Erwachsenen die das tun gar nicht tiefhührend weil Die Brennen weiter daran aus.

00:23:25: das ändert sich nicht

00:23:27: Sie kommen nicht in diese Wirksamkeit, die du gerade beschrieben hast.

00:23:31: Also wenn ich ja weiß wie ich handeln könnte dann wäre ich wirksamer und würde mich da nicht so ohnmächtig fühlen.

00:23:39: Eine kurze Information in eigener Sache Wenn dein Ziel ist Kita-Leitung zu werden haben etwas ganz Neues für dich.

00:23:46: Die pedicoakademie bietet ganz neu einen zertifizierten Fernlehrgang zur Fachwirtin Für Kita Leitung an.

00:23:53: Der Lehrgang verbindet e-Learning-Module, Liveonline Seminare, Reflexionsaufgaben und Fallbeispiele aus der Praxis.

00:24:01: So kannst du dir neues Wissen in deinem eigenen Tempo aneignen und dich gleichzeitig mit anderen angehenden oder erfahrenen Leitungskräften austauschen!

00:24:11: Die Kompetenzen für diese verantwortungsvolle Position zu entwickeln ist mit dieser Qualifikation noch einfacher geworden – Du lernst selbstbestimmt flexibel und praxisnah Also dann, wenn es in deinen Alltag passt.

00:24:26: Die Regelstudienzeit beträgt sechs Monate – du kannst den Lehrgang aber individuell an dein eigenes Lerntempo und deine persönliche Situation anpassen!

00:24:36: Inhaltlich geht es unter anderem um Personalführung, Teamkultur, Kommunikation, Qualitätsmanagement, betriebswirtschaftliche Grundlagen und Veränderungsprozesse in der Kita.

00:24:48: Alles mit dem Ziel dich auf die vielfältigen Aufgaben einer Kita-Leitung gut vorzubereiten.

00:24:54: Mehr Informationen findest du unter pedico-academie.de.

00:25:00: schrägstrich fachwirt, pedico wie immer mit ae.

00:25:04: Den Link findest Du auch nochmal in den Shownotes.

00:25:08: Pedico minus academy.de.

00:25:11: Schräg strich fACHWIRT!

00:25:14: Das war's – jetzt geht es weiter mit der Folge Was ist denn jetzt genau herausfordernd wahrgenommenes Verhalten?

00:25:22: und gibt es dann Unterschied zum Beispiel zu Verhaltens auffälligkeiten?

00:25:29: Ja, auf jeden Fall.

00:25:30: Also wir thematisieren in einem Buch ja herausforderend wahrgenommenes Verhalten – den Begriff hat Professor Fröhlich Gildorf geprägt zusammen auch mit seinen Kolleginnen.

00:25:44: Da geht es um zwei Seiten einer Medaille.

00:25:46: Du hast auf der einen Seite ein Kind, das zeigt ein bestimmtes Verhalten und auf der anderen Seite hast du eine herausgeforderte pädagogische Fachkraftlehrerin und die zwei Seiten muss man betrachten.

00:25:57: Und wenn wir jetzt das Kind nur als schwierig labeln sind wir ja nur beim Kind und nicht bei uns.

00:26:02: Von Verhaltensauffälligkeiten würde man bei uns in der Kindheitspädagogik in Anfangszeichen nur aus so einer Entwicklungsbasierten, Entwicklungspsychologischen Perspektive sprechen.

00:26:12: Also wir sprechen von Verhaltenauffälligkeit nicht im Sinne von so einer moralischen Wertung – das ist ja unmöglich wie sich das Kind verhält!

00:26:21: oder im Gegensatz, das ist ja ganz großartig wie weit dieses Kind schon sind.

00:26:25: Also immer diese komischen allgemeinen Aussagen über Kinder und ihr Verhalten mit ihrer Entwicklung.

00:26:30: Das ist ja dann eher sowas Normatives finden wir gut, finden wir schlecht sondern Verhaltensauffälligkeiten verweisen wachlich darauf dass ein Kind eventuell einen Entwicklungsrisiko haben könnte.

00:26:42: Ja also im Sinne von zeigt es zu einem gewissen Lebensalter das auch sinnvoll mal aufs Lebensalter zu schauen, zeigt es da vielleicht Verhalten.

00:26:53: Dass wir quasi als auffällig bezeichnen würden in dem Sinne dass es uns vielleicht ein Risiko anzeigt.

00:27:00: ich gebe mir ein Beispiel Ich komme in Nikita und er ist ein fünfjähriges Kind und das spricht kein einziges Wort.

00:27:05: Und dann wäre es nicht fachlich nur stärken orientiert zu sein und zu sagen ah das kommuniziert aber so wunderbar.

00:27:11: non wer bei?

00:27:12: ja das tut es vielleicht.

00:27:13: Aber da würde ich gerne wissen Als Fachfrau für kindliche Entwicklung gab es schon mal eine Hörabklärung.

00:27:18: Dieses Kind überhaupt richtig?

00:27:20: oder ist dieses Verhalten, weil das Kind eben schon fünf Lebensjahre alt ist ein Anzeichen für etwas anderes?

00:27:27: Das muss nicht so sein!

00:27:29: Ja, das kann so sein.

00:27:31: Ist es also erst einmal auffällig und dann würden wir es diagnostisch abklären auch durch andere Fachleute.

00:27:37: Das machen ja da nicht mehr pädagogische Fachkräfte Und das finde ich total wichtig dass wir diesen Förder- und Abklärungsaspekt immer mitdenken Ohne wiederum ganz unfachlich, bloß weil es Kind einmal in Verhalten sagt was mich nervt oder was mich überfordert zu sagen das ist doch nicht normal.

00:27:53: Also das bringt uns gar nichts.

00:27:54: dieses ist auch nicht normal, weil das ist völlig willkürlich und subjektiv.

00:28:00: Und wann empfinde ich denn selbst als Fachkraft ein Verhalten als herausfordernd?

00:28:07: Weil ich kann mir vorstellen dass das ja auch sehr unterschiedlich ist.

00:28:12: Also, die Fachkraft neben mir eine ganz andere Schwelle hat vielleicht in bestimmten Themen, die sie herausfordern findet wie ich.

00:28:22: Ich habe vielleicht ein ganz anderes Thema bei dem ich herausgefordert bin und der nächste Kollege hat noch mal eine andere Situation, die ihn herausfordert oder?

00:28:32: Das kann doch sehr variabel sein, oder?

00:28:34: Ganz genau!

00:28:35: Es ist ein ganz wichtiger Punkt.

00:28:37: Also, ich war jetzt ja in den letzten dreiundzwanzig Jahren in allen Bundesländern und in ganz vielen Kitas.

00:28:43: Und es ist wirklich manchmal sind die Kitas Luftlinie hundert Meter entfernt.

00:28:48: In der einen Kita sind sich alle einig dass Kind X absolut überfordernd und belastend ist.

00:28:55: Und in Einrichtung zwei, die ganz nahe ist wenn das Kinder landet sagt das Team oder viel im Team nicht also.

00:29:02: Und er ist gar nicht so herausfördernd.

00:29:06: Es kann sogar sein, dass sich mal alle einig sind.

00:29:07: Und trotzdem ist es aber keine Verhaltensauffälligkeit in dem Sinne das es einen Entwicklungsrisiko darstellt und das hängt eben davon ab.

00:29:14: Das haben wir ja schon gesagt auf was sind wird dann vorbereitet?

00:29:18: Also es gibt immer noch Kitas in diesem Land.

00:29:21: die sind nicht darauf vorbereitet, dass Kinder in die Institutionen kommen und noch kein Wort bald sprechen.

00:29:27: Dann kannst halt sehr herausfordernd werden wenn man kein Konzept hat, wie man eben im Alltag durch alle umgesetzt.

00:29:34: Dazu habe ich ja einen Beitrag geschrieben das sprachlose Kind dafür sorgt dass sich das Kind relativ schnell in die Neusprache reinhören kann.

00:29:41: Wenn ich in der internationalen Kita bin da ist es ihr Tagesgeschäft.

00:29:47: also verstehen überhaupt nicht was daran herausfordernd sein soll.

00:29:50: und so ist es eben auch mit ganz unterschiedlichen Dingen.

00:29:52: deswegen sage ich hier ist es nicht alles Haltungssache sind nicht ein strukturnes Brauchfachwissen Und dann gibt's natürlich individuelle Unterschiede.

00:29:59: Also eine pädagogische Fachkraft sagt mir, die Lautstärke ist für mich eigentlich unerträglich von Kind X. Ich kann das nicht ertragen wenn der oder die da ist allein wie laut die es und da sagt vielleicht die Kollege Nee also ich finde das schlimm wenn's zurück ist

00:30:14: so

00:30:15: ich brauche da ein bisschen Leben und Wirbel.

00:30:16: also das kann eben an ganz unterschiedlichen Temperaments Merkmalen auch von Fachkräften liegen Und deswegen ist es ja so fruchtbar, in einem Team erst mal zu schauen und das sagt ja auch Fröhlich-Gildorf und seine Kolleginnen.

00:30:30: Dass man überhaupt erstmal beobachtet und zusammenträgt wer findet's eigentlich wie belastend?

00:30:35: Dennoch muss man wirklich sagen – und dafür haben wir das Buch geschrieben – war ich in einigen Guitars wo es dann wirklich hieß, also wir sind alle überfordert!

00:30:42: Das muss doch jetzt dann das Anzeichen dafür sein dass dieses Kind in die Psychiatrie muss oder irgendwas Wir festgestellt haben, ne es liegt also dann auch nach diagnostischer Abklärung oder nach Reflexion.

00:30:56: Es liegt keine Verhaltensauffälligkeit vor!

00:30:58: Es liegt eine Herausforderung im Team.

00:31:00: so die muss man genauso ernst nehmen aber die muss Man ihr dann eben anders einordnen weil da muss ich dann am team ansetzen und the good news are Die guten Neuigkeiten die kann auch direkt pelago gespart arbeiten.

00:31:14: Ja ja total Ja, also mir kommen dann auch noch die biografischen Erfahrungen in den Sinn.

00:31:20: Also wenn ich eben selbst als Kind erlebt habe das ich... ...in meinen Emotionen sehr zugewandt begleitet wurde und dass sich eben sein durfte mit meinen Gefühlen zum Beispiel oder mit meinem Stress, den ich durch eine bestimmte Art ausagiert habe.

00:31:38: Wenn ich da zugewandsbegleitet wurde kann ich das vielleicht besser und empfinde es dann nicht so herausfordern als wenn ich aufgewachsen bin, als Kind und ich durfte meine Gefühle und mein Stress und so alles gar nicht zeigen.

00:31:52: Ich musste das vermeiden und musste das

00:31:53: verstecken.".

00:31:54: Und dann macht mich das vielleicht besonders hilflos in solchen Situationen oder?

00:31:58: Also so ein biografischer Aspekt kann ich mir auch vorstellen dass die eine Rolle spielen.

00:32:03: Ganz

00:32:03: wichtiger Punkt also ich würde sogar noch allgemeiner sagen was finde ich da normal?

00:32:09: Also

00:32:09: das hat man ja noch nie reflektiert und das hängt natürlich ganz stark damit, wie man aufgewachsen ist zusammen.

00:32:17: Welche Idee von Familie habe ich auch?

00:32:19: Ist das Mutter-Vater-Kind?

00:32:21: Ist es Geschwister?

00:32:22: Und wann finde ich's dann auch schnell unnormal?

00:32:24: Ganz subjektiv aufgrund meiner Biografie.

00:32:27: also du sprichst eben Gefühle, Emotionen an Riesenthema.

00:32:31: Das ist doch nicht normal dass der hier immer so schreit Und da können wir als Fachleute nur sagen, das ist völlig entwicklungsangemessen.

00:32:37: Dass nur zwei-jährige sich sehr deutlich äußert auch körperlich wenn beispielsweise grundlegende Bedürfnisse nicht befriedigt werden und da versuchen wir quasi immer Klarheit zu schaffen mit dem Buch und dann kann man wunderbar für die Teamarbeit nutzen wann es ist denn Entwicklungs angemessen und logisch.

00:32:58: ja uns fühlt als Team vielleicht einfach nur das Fachwissen und die Einordnung Und dann halt eher eine biografische Abneigung.

00:33:08: Und die ist auch wichtig, die müssen wir auch ernst nehmen weil das ist ja auch ein wichtiges Thema was ich zu Beginn angesprochen habe.

00:33:14: Wir arbeiten ja nicht nur mit Kindern, wir arbeiten mit ihren Familien und da kommen teilweise sehr unterschiedliche Familienkulturen.

00:33:21: damit meine ich Nicht-National-Kulturen ob jemand aus der Türkei kommt USA oder aus Deutschland oder Bayern oder Hessen Damit meine ich Familienkulturen Da kommen unterschiedliche Werte zusammen Und das gipfelt immer an der Frage, was ist denn eigentlich normal?

00:33:34: Da wir da alle noch nie darüber nachgedacht haben.

00:33:36: in der Regel – also wir versuchen es ja im Studium und in der Ausbildung schon zu thematisieren -, ist es halt wichtig zu schauen woher komme ich eigentlich.

00:33:44: Was ist mein Standortbezug?

00:33:45: so wie jetzt auch sage Ich bin jetzt als Wissenschaftlerin.

00:33:48: Ich gehe nicht in die Praxis und erkläre den pädagogischen Fachkräften, die quasi jeden Tag die Arbeit machen, wie sie zu arbeiten haben die ja die Erfahrung haben.

00:33:59: Und das finde ich total wichtig, also Umgang mit Emotionen ist total wichtig.

00:34:03: aber auch überhaupt was ist denn mein subjektives Verständnis davon?

00:34:07: Was Kindererziehung ist, wie selbstbestimmt Kinder sein dürfen?

00:34:13: wir sehen es bei Partizipationen alle wollen Partizhipation machen und dass es dann aber manchmal doch da wirklich Konflikte gibt weil die einen sagen das geht jetzt ja wirklich zu weit, dass die Kinder als auch noch das und das mitbestimmen dürfen.

00:34:26: Und ich glaube, da unsere Gesellschaft ja immer vielfältiger wird und ist, müssen wir das immer mehr zum Thema machen.

00:34:32: Was ist für dich normal?

00:34:33: Woher kommst du?

00:34:34: Und was ist für Dich auch nicht normal?

00:34:36: Wie können wir offen damit umgehen und gleichzeitig Grenzen zu setzen im Kinderschutz?

00:34:42: Weil ich kann natürlich dann nicht jemand anders beleidigen oder abwerten oder jemand bevorzugen, was ja auch ein Riesenthema ist, Stichwort Antipartien im Buch.

00:34:52: Das ist, glaube ich, total wichtig.

00:34:53: Und was wir in dem Buch gemacht haben, es hat wirklich Entwicklungsfachwissen bereitzustellen, um mal zu schauen.

00:34:59: Geht es wirklich um kindliche Entwicklung oder geht es um dieses Tieferwurzelte?

00:35:05: Das ist doch nicht mehr normal!

00:35:06: Das kann doch nicht sein das geht doch nicht.

00:35:09: Das haben wir doch früher auch nicht so gemacht.

00:35:11: oder dass stört mich wirklich persönlich weil das vermischen wir gerne in der Pädagogik egal ob das Medienkonsum ist oder Erziehungsmodelle, Erziehungskonstellationen Wann die Kinder ins Bett gehen dürfen, ganz banale

00:35:26: Fragen.

00:35:27: Und das ist wirklich wichtig, wichtig, dass wir das schön aufdröseln und schauen, wo stehen wir da?

00:35:34: Insbesondere weil es geht ja hier immer mit Überlastung.

00:35:37: Ja absolut!

00:35:40: Ich musste gerade auch daran denken wenn wir über was ist normal oder eben über so... Individuelle Herausforderungen, vielleicht auch beim Kind selbst.

00:35:50: Wenn wir darüber nachdenken da muss ich an Neurodivergents denken das ist ja auch so dein Spezialgebiet.

00:36:00: Sind es häufig Kinder im neurodivergenten Spektrum die dann auch Fachkräfte herausfordern?

00:36:06: kann man das so sagen oder ist das pauschal gar nicht zu beantworten?

00:36:11: Also ich kenne dazu noch keine veröffentlichte Studie Und ich forsche ja vor allem mit meiner Kollegin Sarah Freese im deutschen Kontext und bin ja aber auch international vergleichen tätig.

00:36:25: Ich muss sagen, das ist schon die Frage passiert das in einer deutschen Kita oder in der australischen?

00:36:32: Und ich würde mich eben vehement dagegen wehren wollen!

00:36:39: dass Neurodivergenz mit Herausforderungen gleichgesetzt wird oder mit Defizit, oder sogar mit Entwicklungsrisiko.

00:36:45: Genauso vehement wie ich mich als Inklusions- und Kindheitsforschung dagegen wehren wollen würde mit Blick auf den Forschungsstand des Migrationen oder Mehrsprachigkeit oder auch die Tatsache das ein Kind in der Institution kommt und kein Wort Deutsch kann.

00:36:58: Dass das ein Problem ist?

00:37:01: Ist es nämlich oft gar nicht!

00:37:03: Also dass wir eben nicht anfangen, sogenannte Minderheiten.

00:37:06: Neurotivergänzende Neurominderheit heißt also Menschen die anders ticken als wir uns das gesellschaftlich so erwarten.

00:37:14: Da haben wir eine Norm.

00:37:16: So lernt man nämlich indem man still sitzt in der Schule und zuhört und dann habe ich ein Kind das sitzt nicht still beim Lernen und dann sage ich oh das ist ja auffällig.

00:37:26: Und weil ich eben eine andere Vorstellung hab was normales ist glaube ich ganz wichtig, dass wir das in allen Bereichen schauen.

00:37:38: Es ist genauso normal, dass ein junger Rock trägt also es kein Entwicklungsrisiko, dass einen jungen Rock träght und es ist erstmal auch nicht automatisch ein Entwicklungs-Risiko autistisch zu sein oder anders verkabelt zu sein wie bei ADHS oder Hochbegabt.

00:37:52: Es kann aber zu einem Entwicklungs risiko werden und zwar dann Wenn entweder bleiben wir bei Neurodivergenz die neurobiologische Veranlagung, also die Verkabelung.

00:38:01: Die Art und Weise nicht nur wie unser Gehirn tickt sondern auch unseren Nervensystem funktioniert zu Herausforderungen führt.

00:38:07: Wir forschen hier in unserer Arbeitsgruppe mit Kindern.

00:38:10: Also wir haben zum Beispiel einfach Kinder, die sind so sensibel in Bezug auf ihr Körperinneres dass sie einfach Schmerzen verspüren wenn Sie Luft im Bauch haben und dann vielleicht nicht in die Schule gehen können.

00:38:21: Da ist es eben auch so, dass ihre Veranlagung sie herausfordert oder zum Beispiel auch zu Entwicklungsrisiken führt.

00:38:28: Es gibt ja auch im Bereich Neurodivergenz sensorisch bedenkte S-Störungen und es ist auf der anderen Seite aber so das es neurodivergente Kinder gibt.

00:38:37: da entsteht der Leidensdruck und der Krankheitswert wirklich hauptsächlich durchs Umfeld.

00:38:42: Das nicht neuroaffirmativ?

00:38:43: Ist das nicht aufgeklärt?

00:38:46: fortgebildet ist?

00:38:47: oder dadurch, dass eine Institution einfach erst mal aufgrund ihres Normalitätsverständers sagt.

00:38:53: Nee also das geht auf gar keinen Fall!

00:38:55: Das Kind muss alleine zum Klassenzimmer gehen und das und das erfüllen.

00:39:01: Und das entsteht aus einem normalitätsverständnis heraus und nicht weil man das Kind in seiner Entwicklung fördern will.

00:39:07: Also deswegen ist es eben so wichtig, dass wir Haltungen reflektieren, dass Wir Fachwissen haben damit wir selber nicht zu einer Umweltbarriere für Kinder werden, egal ob sie zu Hause andere Familiensprachen sprechen.

00:39:20: Ob sie eben Neurodivergenz sind oder eine andere Voraussetzung haben und dann quasi wir die sind, die den Leidensdruck erzeugen und den Krankheitswert.

00:39:34: Ich bin aber gleichzeitig ein großer Fan davon, eben nicht zu sagen entweder oder.

00:39:38: Also es gibt da ja immer so die zwei Positionen, die sagen ach das ist alles nur das böse Umfeld und es gibt ja auch so absurde wirklich jenseitsieglicher Evidenz.

00:39:48: So Behauptungen, also wenn Schule nicht wäre dann wär ADHS kein Problem.

00:39:53: Das ist völlig absurd.

00:39:55: auf Basis des internationalen Forschungsstands zu ADHS medizinisch, psychiatrisch, psychologisch, pädagogisch.

00:40:04: Es ist über die Schule hinaus und über ein ignorantes Umfeld hinaus oder ein neuronomatives Umfeldhinaus kann es eben einen sehr hohen Krankheitswert erzeugen.

00:40:15: Wir sehen das in wirklich schweren Unfällen, Schädel-Hintraumata

00:40:19: etc.,

00:40:20: PP.

00:40:20: also da finden wir es auch mal wichtig aus der Forschungsgruppe ganz klar zu benennen dass es nicht nur das Umfeld ist Und es ist aber auch nicht nur das Kind und seine Veranlagung.

00:40:32: Ein fachlicher Blick würde sich eben beides anschauen und schauen, wo haben wir quasi bestimmte sogenannte Beeinträchtigungen individuell in dieses Kind mitbringt aufgrund einer bestimmten Ausgangslage?

00:40:45: Wo haben wir das Umfeld, dass eigentlich die Behinderung erzeugt, das behindert?

00:40:50: Beides gilt es... so gut wie möglich zu reduzieren, so früh wie möglich.

00:40:55: So fachlich wie möglich!

00:40:57: So multiprofessionell wie möglich.

00:40:59: und also wir haben kein Buch für Neurodivergents gemacht mit einem schwierigen Kind Fragezeichen.

00:41:05: aber was mich freut und auch am Anfang erstaunt hat ist dass es von neurodivergenten Communities so oft gelesen wird und ich so viel Feedback kriege, weil es eben so ein pädagogisches Grundlagenwerk ist.

00:41:17: Und bei der Inklusion ist das immer so dass wenn wir gute pädagogische Arbeit machen also wenn jetzt alle das wäre so mein Wunschkonfert das umsetzen würden in der Zusammenarbeit mit den Kindern was wir in diesem Buch diese vielfältigen AutorInnen mit dieser wissenschaftlichen und praktischen Expertise aufzeigen Dann braucht es in vielen Fällen vielleicht auch bei Neurodivergenz gar keine therapeutische Intervention, gar keine Medikation.

00:41:43: In manchen aber dann doch und das ist der Vorteil dass wir uns darauf konzentrieren sollten erst mal für alle was vernünftiges anzubieten und zwar wirklich weil also wir können uns das gar nicht mehr leisten gesamtgesellschaftlich ökonomisch menschenrechtlich da auch nur ein Kind in dieser Bildungslaufbahn zu verlieren.

00:42:05: Das ist wirklich höchste Eisenbahn und deswegen ist unser Buch ein Grundlagenwert für pädagogische Qualität, das eben auch in dem Sinne Neuro-Affirmativ ist weil es nicht davon ausgeht dass alle gleich ticken.

00:42:22: Kannst du ganz kurz für diejenigen, die den Begriff nicht kennen erklären was Neuro Affirmative?

00:42:28: Also Neuroaffirmativ, den Begriff erkläre ich auch in meinem Beitrag.

00:42:34: Da gibt es ja um pädagogische Regulationsstrategien, um das kenntliche Nervensystem.

00:42:38: Ich sage Neuroinformativ zu handeln heißt erstmal relativ banal dass wir anerkennen, dass Kinder oder auch Erwachsene teilweise ganz unterschiedlich ticken und ganz unterschiedlicher ihre Umwelt verarbeiten.

00:42:51: also die Reize aus dem Körper und aus der Umwelt.

00:42:53: wenn ein Kind sagt mir ist es hier zu laut und ich denke mich aber selber als neurotypischer Person wieso hier ist doch gar nicht laut Dann mache ich ihnen den Denkfehler, dass das Kind genauso wahrnimmt wie ich.

00:43:04: Und das muss man glaube ich einmal verstanden haben, dass wir die Welt alle anders wahrnehmen und auch unser Körper inneres – manche Kinder können in ein eiskalten See reinspringen!

00:43:15: Und finden es gar nicht kalt.

00:43:17: Und andere, die freusteln schon wenn leichter Wind geht und das hängt eben mit unserem Nervensystem zusammen in der Art und Weise wie wir ticken und wie wir verkabelt sind.

00:43:25: Wenn wir das mal alle akzeptieren könnten dass wir die Welt und unsere Körperfunktion alle anders wahrnehmen und uns einfach mal glauben und dann auch schauen was brauchst du?

00:43:36: Was brauche ich?

00:43:37: Da sind wir wieder bei Nora Imlau.

00:43:39: Der hat ja auch einen ganz wunderbaren Beitrag über gefühlsstarke Kinder an unseren Buch geschrieben.

00:43:43: Auch wirklich fachlich begründet Dann arbeiten wir schon Neuro-Affirmativ und da kommt dann eben noch ganz viel unterschiedliches dazu, was ich ja auch an dem Beitrag des übertretekind Fragezeichen bei.

00:43:54: so verhalten sich Kinder.

00:43:55: Wenn sie überreizt sind, dann oft.

00:43:57: Wir denken die sind drüber, die sind übertreten.

00:43:59: Was man pädagogisch anders machen kann damit man eben neuro-affirmativ arbeitet und für alle Kinder eine gute pädagogische Grundlage bietet?

00:44:09: Ja Wir wollten ja noch ein paar andere Ebenen uns anschauen.

00:44:13: Ich würde gerne mal auf die Team-Ebene gehen, weil eine Sache, die mir oft begegnet ist, dass es eben auch viele, viele Fachkräfte gibt, die wahnsinnig gute Arbeit machen wollen, die eben so total dankbar sind, das es dieses Buch zum Beispiel gibt und dass sie aber ganz viel Herausforderung tatsächlich gar nicht mit den Kindern, die vermeintlich herausfordernd sind haben sondern eher im Team mit anderen Kolleginnen und Kollegen.

00:44:39: vielleicht Kannst du dazu noch mal was sagen, wie können Herausforderungen im Team also auf Team-Ebene entstehen?

00:44:47: Also ich glaube dass das mitunter die zentralste Ebene für Qualitätsentwicklung ist.

00:44:54: Meine Kollegin Dr.

00:44:55: Marina Lagemann hat ja zu ihr auch eine spannende Studie gemacht, ne sehr umfassende Studi, circa zweiundzwanzigtausend pädagogische Fachkräfte dazu befragt.

00:45:07: Zu der Frage, wie geht es euch denn in den Teams?

00:45:09: Und was beobachtet ihr bei Kolleginnen und hat jetzt zusammen mit der Bertelsmann Stiftung veröffentlicht.

00:45:15: Also wenn man Lagemann-Bertelsmann Studie eingebt findet man das auch alles.

00:45:19: Das ist für uns eine sehr erschreckende Studie gewesen weil die ja jetzt mal jenseits der Frage Arbeitest du lieber offen oder geschlossen?

00:45:29: soll Die Eingewöhnungen ne Woche länger dauern Oder bist du zu ungeduldig und willst dass heute schon abbrechen?

00:45:34: Ja, das Thema Kinderschutz angeht Und die Studie ja gezeigt hat, dass sehr viele pädagogische Fachkräfte täglich oder fast täglich beobachten.

00:45:43: Ja verhalten es weisen von ihren Kolleginnen wo sie sagen da muss ich eingreifen um das Kind emotional oder sogar körperlich für meinen Kolleginnen zu schützen.

00:45:54: Wir reden hier nicht von Lapalien und so subjektiven Meinungsunterschieden und lediglich vier Prozent der Befragten geben an immer einzukreifen.

00:46:06: Das ist jetzt auch wieder was, was die pädagogischen Fachkräfte hier selber uns als Wissenschaftlerinnen anzeigen.

00:46:12: Also die schreien und das finde ich so wichtig wenn sie uns das so deutlich zurück melden und Gründe dafür warum so wenige intervenieren es nicht weil das alles schlechte Menschen sind sondern weil wir da eben ein strukturelles Kinderschutzproblem haben.

00:46:30: Da gibt's ganz unterschiedliche Gründe.

00:46:32: also erstens mal dass die sagen, wir haben eigentlich gar keine richtige Grundlage dafür.

00:46:38: Also wir haben gar nichts, wo wir jetzt darauf verweisen können und sagen können.

00:46:40: also in unserer Einrichtung haben wir ja ganz klar festgelegt das Verhalten XY nicht sein darf!

00:46:46: Ja?

00:46:46: Und wir reden hier von Essenzwagen.

00:46:50: Wir reden hier vom Schlafenszwang.

00:46:52: Da geht es jetzt nicht mehr um pädagogische Befindlichkeiten oder auch wir reden auch von schlimmeren natürlich.

00:47:03: Gleichzeitig ist auch bei pädagogischen Fachkräften die Angst da, wenn ich jetzt was sage und ich interveniere.

00:47:08: Kriege ich vielleicht auch ein Problem werde ausgeschlossen bin noch belasteter Und sie geben aber gleichzeitig auch an dass sie dadurch so belastet sind und das es ihre Wahrscheinlichkeit erhöht Dass sie das Feld verlassen.

00:47:18: und auch das können wir uns ja nicht leisten.

00:47:20: Ja also wer genauso als würde jemanden Wein fass aufstellen und unten einen Loch reinschneiden Dann gießen wir immer wieder nach und machen ganz viel für Fachkräftegewindungen Aber wir machen nichts für Fachkraftgebindungen.

00:47:32: Und ich glaube, dass Leitungen, die jetzt vielleicht auch hier zuhören und Träger sich klar sein müssen wenn ihr gute Leute halten wollt oder wenn ihr alle halten wollt dann müssen wir da wirklich noch stärker ran.

00:47:44: Es gibt ja auch die gesetzliche Vorgabe das jede Einrichtung ein Gewaltschutzkonzept haben muss aber wir wissen aus der Wissenschaft noch nichts darüber.

00:47:53: ist es denn jetzt schon umgesetzt?

00:47:55: Und mit umgesetzt meine ich dann eben dass so was abstellt Also, dass eben pädagogische Fachkräfte nicht mehr berichten müssen.

00:48:03: Dass sie täglich sehen das sich ihre Kollegeinnen fehl verhalten und da gibt es wie immer keine einfachen Antworten.

00:48:10: Das muss ich dir nicht sagen, dass ich jetzt nicht sage hier ist der Zaubertrick Und dann machen wir das so und so.

00:48:15: aber da haben wir richtig viel Arbeit vor uns.

00:48:18: wirklich das alle Träger Da sind auch alle angesprochen und alle Leitungen und alle Teams schauen Wo sind unsere Standards und wie gehen wir denn damit um, wenn Kolleginnen sich viel verhalten?

00:48:31: Weil das ist kein schönes Thema.

00:48:32: Also jeder der in einem Job schon mal gearbeitet weiß dass es da eben auch sehr schwierig und herausfordernd sein kann Wenn es nicht nur Meinungsverschiedenheiten geht sondern wirklich um Kinderschutzfragen.

00:48:45: Und das ist glaube ich das zentrale Thema wo wir wirklich schauen müssen wo brauchen wir Supervisionen und wo müssen wir uns auch ehrlich machen.

00:48:54: Also ich vermisse ehrlich gesagt den großen politischen Aufschrei nach dieser Studie, die meine Kollegin gemacht hat und würde mir sehr wünschen dass eben die pädagogische Fachkräfte die jetzt vielleicht auch hier unseren Podcast hören damit nicht weiter alleine gelassen werden.

00:49:10: Also das ist überhaupt keine Kritik an der einzelnen pädagogischen Fachkraft weil wir ja hier feststellen müssen hier gibt es ja ein Klima das verhindert das systematisch interveniert wird überhaupt gar kein pädagogisches Fehlverhalten oder das drastisch reduzieren, was wir auf gar keinen Fall wollen ist dass uns quasi von der Uni berichtet wird und es eine sehr systematische Studie.

00:49:36: Dass das so häufig und täglich beobachtet wird und so wenige intervenieren.

00:49:41: also ich glaube da müssen wir wirklich rangehen.

00:49:43: Und jetzt spannen wir doch wieder den Bogen zum schwierigen Kindschragezeichen.

00:49:47: Das sehen wir auch in anderen Studien von Regina Remsberger Kehm und Kolleginnen oft auch pädagogischen Fehlverhalten, Verhaltensweisen von Kindern vorangehen.

00:50:01: Die herausfordernd wahrgenommen wurden.

00:50:03: also da ist ein Kind das verstehe ich nicht Das überlastet mich weil ich noch nicht die Handlungsmöglichkeiten habe Und dann reagiere ich durch Beschämung oder körperlich.

00:50:14: Das wollen wir ja um jeden Preis verhindern, wenn wir entwickelungsorientiert arbeiten wollen und wir wollen gleichzeitig auch klar machen – das sind keine Einzelfälle, es sind keine bösen Menschen – dass kann eben oft auch durch eine Überlastung entstehen weil solche Konzepte nicht vorliegen.

00:50:33: Da finde ich es echt noch mal wichtig, Träger da in die Verantwortung zu nehmen und Politik und zu sagen Was können wir tun, um da reinzugehen?

00:50:43: Und ich glaube das eine Lösung da eben auch ist herausfordernd wahrgenommenes Verhalten von Kindern systematisch zu bearbeiten.

00:50:50: Weil es sind Standard-Situationen!

00:50:53: Alle Kita-Teams die beispielsweise auch Klaus Rudich-Geloff befragt hat sagen Wir sind täglich herausgefordert teilweise auch überlastet und gleichzeitig sagen nur zwanzig Prozent derer, die an einer Befragung teilgenommen haben.

00:51:08: Sie hätten ein pädagogisches

00:51:09: System-Hajos-Konzept.".

00:51:11: Das heißt da ist noch viel Luft nach oben und deswegen finde ich das eben so wichtig weil es natürlich gar nichts bringt wenn sich dann in so Kita-Teams zu Gruppen bilden und dann wird's so hinten rum geredet ja?

00:51:25: Und man hat dann irgendwie eine Kollegin mit der redet man dann stundenlang darüber wie schlimm das alles ist.

00:51:31: Das macht sie ja nur noch belastender.

00:51:34: Aber es gibt eben kein systematisches Konzept im Umgang damit, also deswegen großer Appell auch an Einrichtungen da wirklich hinzuschauen.

00:51:42: Da brauchen wir echte Leitungskompetenz, da brauchen wir Supervisionen auch um Kita-Teams bei diesem Prozess zu begleiten.

00:51:49: denn wie gesagt also zweiundzwanzigtausend Fachkräfte das zeigt ja schon an dass es da ein strukturelles Problem gibt und dass wir das wirklich auch deswegen auch systematisch bearbeiten müssen, und zwar ganz dringend.

00:52:07: Absolut!

00:52:08: Und ich kann also diese Studie nur unterstützen.

00:52:12: was jetzt meine rein subjektive episodische Evidenz angeht.

00:52:16: Also alles das... An mich herangetragen wird es ganz häufig dieses Thema.

00:52:21: Ich möchte in meinem Team anders arbeiten, ich stoße auf Widerstände, ich weiß nicht wie ich das ansprechen soll, ich traue mich nicht.

00:52:29: wenn ich das mache werde ich gemobbt dann habe ich schon meinen Arbeitsplatz verloren.

00:52:33: also ich glaube da ist wirklich eine Herausforderung auf Team Ebene die noch viel zu wenig besprochen ist auch und genau dieser Aufschreib dieser Studie der einfach ausbleibt, das aber so wichtig ist anzugehen da wirklich eine Teamkultur zu entwickeln und gemeinsam zu schauen wie wir eben Kinderschutzkonzepte auch lebendig werden lassen können.

00:52:57: Weil dass es auch meine subjektive Einschätzung, dass das eben teilweise nur ein Papier ist und nicht ganz klar ist was heißt das jetzt?

00:53:07: Also teilweise ich kenne sehr viele Einrichtungen auch Träger mit denen ich intensiv kooperiere ja wo das wirklich wunderbar umgesetzt wird.

00:53:17: Super systematisches Gewaltschutzkonzept!

00:53:20: Die denken eben nicht nur die klassischen Formen mit, die bei uns im Buch hier auch der Jörg Maywald nochmal so darstellt – er hat ja auch eine ganz tolle Tabelle in seinem Beitrag zu Kindeswohl und Kinderschutz gemacht, wo man einfach als pädagogische Fachkraft noch mal nachschauen kann und sich dann auch in der Unsicherheit nochmal vergewissern kann.

00:53:37: Ja, Essenszwang ist ein... Gewaltschutzproblem.

00:53:42: Selbst wenn es der Träger noch nicht auf dem Schirm hat, in dem ich arbeite... Also ich kriege auch viele E-Mails und Nachrichten wo pädagogische Fachkräfte schreiben.

00:53:50: für mich war das einfach wahnsinnig wichtig nochmal so auf einer Seite immer diese Einordnung zu kriegen.

00:53:55: Und dann kenne ich aber auch Träger, die denken das schon inklusiv.

00:53:58: Die haben da schon Antidiskriminierung mit drin ja, rassistische Äußerungen im Alltagsrassismus in den Kitas, klassistische Abwertungen also wenn Kinder und Familien aufgrund ihrer sozialen Herkunft abgewertet werden Weil sie nicht so mitarbeiten, wie sich das die Kita in ihrem Normalisitätsverständnis so darstellt.

00:54:17: Oder eben auch bei Neurodivergenz gibt es ja auch Abilismus also Behindertenfeindlichkeit dass dann von den Eltern verlangt wird hier.

00:54:25: Man müsste halt hier die Lücke füllen.

00:54:27: und also wie in Deutschland ist es immer so ich sag das immer den australischen KollegInnen Es ist halt Also es ist ein Fleckenteppich.

00:54:36: In der Einrichtung ist es so, wir haben ja keine systematisches bundesweites Qualitätsmanagement.

00:54:43: Wir haben keine Zahlen und Daten.

00:54:45: im Gegensatz zu Australien wo ich mir für jede Kita anschauen kann.

00:54:48: Wo die in welchem Qualitäterentwicklungsbereich stehen?

00:54:51: Und wo die Kita X ins Sydney einen Qualifizierungsbedarf hat, der auch wieder kontrolliert und bearbeitet wird.

00:54:58: Deswegen ist das einfach das Trauerspiel.

00:55:00: Wir können weder sagen alle Kitas sind schlecht.

00:55:04: Also davon halte ich auch nichts, wenn dann irgendwie so Spiegel-Bestseller kommen die allen Eltern Angst machen ja und so tun als wäre das ganze System eine Katastrophe.

00:55:14: Ich kenne sehr viele Einrichtungen, die sehr gut arbeiten und ich bin aber auch in sehr vielen Einrichtung wo man eben sagt hier geht es jetzt nicht mehr nur um Fragen der pädagogischen Qualität was Sprachentwicklung, Motorikentwicklungen und so betrifft und Vorbereitung auf die Schule sondern hier geht's um ein handfestes Kinderschutzproblem.

00:55:29: diese Einrichting gehört geschlossen gehört halt auch zur Wahrheit dazu.

00:55:33: Und dass wir quasi nicht wissen, wo es wie ist, ist natürlich für Eltern keine gute Situation und auch so nicht hinnehmbar.

00:55:41: also Qualitätsentwicklungsproblemen, Kinderschutzprobleme.

00:55:44: und die Fachkräfte, die uns jetzt aber zuhören und ja jeden Tag in die Arbeit gehen und vielleicht auch in der Einrichtung arbeiten muss ich sagen da ist deutlich Luft nach oben.

00:55:54: Die können eben tatsächlich für sich aber individuell auch mal anfangen und schauen Wo sind denn Strategien, wie wir mit herausfordernd wahrgenommenen Kindern anders umgehen können?

00:56:03: Weil ich schon gesagt habe.

00:56:06: Das bringt manchmal mehr es dann anders zu machen wenn man das darf.

00:56:10: Manchmal darf man das ja auch nicht.

00:56:12: Manchmal wird man ja noch animiert zum Zähnen und Schreien Und das habe ich schon ganz oft erlebt auch und berichtet bekommen.

00:56:23: Ich hab's dann einfach mal anders gemacht, wie zum Beispiel von Dorothee Gutknecht beschrieben oder ich habe mal die Strategie von Wedewald und Homan aus dem Beitrag übernommen und dann haben sie anderen einfach nachgemacht Das klappt nicht immer.

00:56:37: aber ich finde also ich sage auch mein Studium jetzt bleibt erstmal bei euch.

00:56:43: Also wir können ja auch immer sagen, die anderen sind schuld.

00:56:46: Aber da habe ich ja vorher schon erklärt, dass uns das ja nicht ins Handeln bringen.

00:56:50: Dass wir quasi immer nur die Entscheidung haben was kann ich denn anders machen?

00:56:55: Und wo sind mir auch die Hände gebunden?

00:56:58: Ja Vorbildfunktionen, Taungäste und so.

00:57:01: Da gibt es dann auch Wirkmechanismen im ganz Kleinen.

00:57:06: Zum Abschluss mag ich noch mal ganz kurz auf die Eltern zu sprechen kommen.

00:57:10: Es gibt Manchmal diesen Mythos von... Die Eltern heute sind schwierig.

00:57:17: Dass wir nicht nur beim schwierigen Kind sind, sondern vielleicht auch bei den schwierigen Eltern und die können nicht mehr richtig erziehen und sie sind auch nicht mehr konsequent.

00:57:26: Also solche Sätze hab ich im Ohr.

00:57:30: Wie können denn Eltern herausfordernd sein?

00:57:33: Und wie schätzt du das ein?

00:57:35: Und, wie gehen Fachkräfte damit am besten um?

00:57:38: Das ist jetzt eine sehr große Frage.

00:57:40: am Ende für eine kurze Zeit aber ... Kannst du das so knapp wie möglich einmal einordnen?

00:57:47: Also ich bin das gerade letzte Woche an der Schule wieder in einem Workshop gefragt worden.

00:57:50: Ja, Frau Dr.

00:57:51: Thures also es war eine Suggestieffrage.

00:57:54: stimmen Sie denn dem zu dass dieses Erziehungsverhalten der Eltern mittlerweile so problematisch ist?

00:58:01: Das ist ja die Aussage früher bei alles besser und das ist eben auch sowas.

00:58:07: Ich glaube, dass das tatsächlich auch teilweise wirklich so empfunden wird.

00:58:11: Also es ist jetzt nicht nur so ein Rausreden wollen und nicht Verantwortung übernehmen wollen sondern weil unsere Gesellschaft ja immer vielfältiger wird und weil ja pädagogische Fachkräfte dadurch eine immer größere Chance haben mit immer unterschiedlicheren Familienkulturen konfrontiert zu werden.

00:58:28: Werden sie zwangsläufig immer öfter auf Dinge stoßen die ihnen nicht nur unvertraut sind, sondern die sich auch wirklich unumal finden?

00:58:38: Und das gilt es zu reflektieren.

00:58:43: Meine Kollegin Lea Barnicol und ich haben deswegen auch im Buch der Schwierige Kind-Fragezeichen an Beitrag geschrieben, der nennt sich Schwieriger Eltern.

00:58:51: Wir haben da ja immer die Fragezeichen Zusammenarbeit Familien in herausfordernden Kontexten weil das eskaliert natürlich dann wenn's schwierig wird entweder weil sich das Kind herausforderend verhält oder weil es bestimmte Dinge gibt zusammen halt schwierig werden und pädagogische Fachkräfte dann auch erst mal sagen.

00:59:10: Ja, partnerschaftlich hier zusammenarbeit schön und gut Eltern als Experten für ihr Kind schönen und gut.

00:59:14: ich meine das Kind kriegt Cola zum Frühstück ja Und man dann auch erstmal fragen muss kriegt das kind wirklich Cola zum frühstück?

00:59:22: oder hat der zwei jährige das nur erzählt?

00:59:25: und Ich glaube Hier ist es besonders wichtig dass Fachkräften sich auf ihre Kernaufgabe besinnen und die heißt liegt im Erziehungsverhalten der Eltern an Entwicklungsrisiko und wie stellen wir das fest mit welchem fachlichen Instrument, dass wir eben sagen oh wir sehen hier Anhaltspunkte vielleicht beispielsweise für eine Vernachlässigung oder vielleicht sogar auch für eine psychische oder körperliche Gewalt.

00:59:58: Da müssen Fachkräfte ganz sensibilisiert sein, auch weil wir ja nicht nur im Bereich sexualisierte Gewalt sondern eben auch körperlich und psychische Gewalt doch auch leider viele Kinder haben die davon in Deutschland familiär betroffen sind.

01:00:13: Es macht also auch aus einer wissenschaftlichen Perspektive, wo nicht alle Eltern sind toll vielleicht weil man aus einer Bubble kommt, wo alle Eltern sehr entwicklungsangemessen und bedürfnisorientiert agieren.

01:00:25: Und das heißt aber auch gleichzeitig nicht Eltern zu verteufeln dafür dass sie sich nicht entwicklung angemessen verhalten oder vielleicht sogar eine Entwicklungsrisiko für ihre Kinder darstellen sondern zu schauen was ist der gute Grund?

01:00:38: Der gute Grund heisst eben nicht dass ich den gut heiße Aber den muss ich halt verstehen Und den werde ich nur verstehen, wenn wir es schaffen und das ist eben für uns pädagogische Fachkräfte glaube ich echt auch wieder eine große Herausforderung.

01:00:53: Dann, wenn's schwierig wird dass wir dann noch wertschätzen partnerschaftlich bleiben.

01:01:00: Ich habe ja das Glück gehabt in meiner Biografie jahrelangen sozialen Brennpunkten zu forschen wo es wirklich prekär ist wirklich Langzeitarbeitslosigkeit einer Tagesordnung war Sucht bei den Eltern, sehr massive Konflikte unter Eltern und so.

01:01:19: Also da wo es ganz prekär war und das hat nichts mit meiner eigenen Biografie zu tun Und ich bin dankbar über die Erfahrung weil ich quasi von meinem Rohn-Hos-Ross absteigen konnte und sagen konnte Ich will das Beste für die Kinder Das muss auch abgestellt werden, aber ich verstehe dass es dafür Ursachen gibt die auch biografisch und durch Lebensumstände begründet sind oder durch was auch immer.

01:01:49: Und Gott sei Dank haben wir ja die ISEVs also die sogenannten Insufferne- oder insoweiterfahrenden Fachkräfte.

01:01:57: das kann jede pädagogische Fachkraft googeln.

01:02:00: wo ist die nächste ISEF?

01:02:02: Dann gibt man hier die Kommune an und da kann man sich anonym beraten lassen.

01:02:08: Ich beobachte dies und das.

01:02:10: Und dann sagt einem im Idealfall die ISEF, ob dass ein Kinderschutzproblem ist oder einen Entwicklungsrisiko oder nicht?

01:02:17: Und da rate ich auch immer dazu lieber einmal mehr als einmal weniger anzurufen.

01:02:23: Und deswegen bin ich so froh, dass Jörg Maywald in unserem Buch mal beschrieben hat was sind denn Kinderschutzthemen bei Eltern oder auch bei Kolleginnen?

01:02:29: Da kann ich mich natürlich auch beraten lassen wenn ich da etwas beobachtete bei einer Kollegin vertrauensvoll anonym.

01:02:37: Wenn es ein Entwicklungsrisiko gibt, dann haben wir ja rein rechtlich gesehen einen Auftrag zu intervenieren.

01:02:41: Partnerschaftlich und vertrauensvoll!

01:02:43: Weil wir wollen das Beste ist das Kind.

01:02:45: Und wenn wir das wollen müssen wir mit den Eltern kooperieren auch wenn die nicht sehr kooperativ sind?

01:02:51: Und wenn es aber kein Entwicklungs- risiko ist Dann müssen wir unsere Klappe halten Auch wenn dir das nicht normal finden dass das Kind morgens zum Frühstück ein Donat mitbringt Weil vielleicht ist es ja ein Ankerlegen Lebensmittel für das Kind, weil das Kind Neurodivergent ist.

01:03:08: Autistisch noch gar keine Diagnose hat und das ist mit einem Kinderarzt diskutiert.

01:03:13: Dann ist es eben vielleicht in dem Fall kein Entwicklungsrisiko und da sind wir wieder dabei.

01:03:19: Warum brauchen wir fachliche Weiterentwicklung?

01:03:22: Warum brauchen Wir Podcasts auch wie diese niederschwellig damit wir das hinkriegen dass wir da so differenziert draufschauen können und selber nicht daran ausbrennen dass es so ist.

01:03:34: Und das finde ich nochmal wichtig, was ist persönlicher Geschmack?

01:03:37: Welche Eltern finde ich vielleicht auch besonders sympathisch weil sie mir nah sind genauso sind wie ich.

01:03:42: mit denen würde ich vielleicht gerne einen Kaffee trinken gehen.

01:03:44: als Fachkraft.

01:03:45: da muss sich wirklich aufpassen, dass ich die Kinder nicht bevorteile und bevorzuge weil das ist auch nicht zulässig.

01:03:53: und genau deswegen bin ich dankbar, dass wir diesen Beitrag auch noch drin haben.

01:03:58: Es ist glaube ich wirklich auch eine Herausforderung, die man nicht unterschätzen darf und hier haben wir uns aber auch wieder bemüht relativ kurz auf zehn Seiten eben so aufzuzeigen wie in allen Beiträgen.

01:04:10: Was sind so die Basics, die ihr draufhaben müsst?

01:04:12: Die euch da vielleicht auch weiterhelfen weil im letzter Punkt natürlich gibt es auch Grenzen.

01:04:17: also wenn Eltern alkoholisiert sind wenn ich mich bedroht fühle wenn ich beleidigt werde etc.

01:04:23: pp.

01:04:25: dann ist das natürlich ein sehr guter Grund, nicht zu kooperieren.

01:04:29: Und da muss der Träger auch darauf vorbereitet sein, dass er natürlich auch das pädagogische Personal schützen muss und multiprofessionell zusammenarbeiten muss in den komplexen Fällen.

01:04:40: Haben wir ja die Frühförderung mit drin?

01:04:41: Die Familienhilfe ist ein Trägarter multi professionell aufgestellt.

01:04:45: also man sieht schon Dass.

01:04:47: es glaube ich darum geht, dass jede einzelne Fachkraft die sagt Ah!

01:04:52: Das Thema X ist gerade schwierig für mich Das kann das einzelne Kind sein.

01:04:56: Das kann ein bestimmtes Verhalten von Kindern sein, dass unterschiedliche Kinder zeigen und es kann eine Familie sein.

01:05:03: Da kann jeder für sich mal individuell in unser Buch reinschnuppern, sich weiter mit Themen auseinandersetzen und schauen was kann ich verändern?

01:05:11: Vielleicht auch wenn ich eine Sorge um das Kind habe.

01:05:14: Und dann haben wir aber auch ganz viel wo Leitung und Träger und Politik einfach richtig aktiv werden müssen.

01:05:21: Wir haben in Deutschland richtig viel zu tun, wir können uns überhaupt nicht ausruhen.

01:05:25: Wir können uns gerade was frühkindliche Qualität flächendeckende frühe pädagogische Qualität und institutionellen Gewaltschuss in den Bildungsinstitutionen da können wir uns gerade überhaupt nicht auf die Schulter klopfen und wir können es nicht aus ruhen.

01:05:39: Und unser oberstes Tier muss es sein dass alle Kinder sicher sind an unseren Bildungs Institutionen Und dass alle Kinder nicht nur sicher sind, sondern sich auch zugehörig fühlen und das sie dann in ihrer Entwicklung gefördert werden.

01:05:54: Das finde ich wirklich zentral und deswegen bin ich ja so dankbar.

01:05:58: Ich stehe hier als Herausgeberin jetzt auch an diesem Podcast zur Anfordersterfront.

01:06:02: aber es ist ein Teamprojekt dieses Buch.

01:06:05: Ja?

01:06:05: Das sind ganz viele Beteiligt.

01:06:07: So viele unterschiedliche Perspektiven.

01:06:09: Das ist ja ein vielfältiges Teamlehr oder?

01:06:11: Dass sich da zusammengetan hat Und das steht ja eigentlich exemplarisch wieder dafür, wie es in der Kita auch laufen müsste.

01:06:20: Wir haben eine Bande gegründet, glaube ich.

01:06:23: Ja also ich glaub sich zusammen zu tun und gegenseitig zu stärken ist auf jeden Fall eins.

01:06:28: Ich habe heute für mich wieder mitgenommen dass es so wichtig ist sich Fachwissen anzueignen Das es wichtig ist zu verstehen Also Hintergründe zu verstehen und gleichzeitig auch klar zu bleiben Konzepte zu haben für herausfordernde Situationen.

01:06:47: Das ist das, was ich heute so als Hauptpunkte mitgenommen habe und das war doch ein auch komplexes Thema.

01:06:56: Herausforderungen sind auf vielfältigen Ebenen da dass es auch das was ich Heute mitgenommen hab auf individuellen Ebennen aber eben auch strukturell Und auf Träger Ebene und letztlich auch politisch.

01:07:11: Wir dürfen da weiterarbeiten, wir sollten da weiter arbeiten an der Qualität in Einrichtungen.

01:07:17: Und vielleicht noch einen Satz?

01:07:19: Ich glaube warum ihr die da in einem Buch seid auch alle in dem Buch seid weil das eben in meiner praktischen Arbeit in der Zusammenarbeit mit Kitas und Kommunen und Trägern ich hatte eure Bücher halt immer alle einzeln dabei.

01:07:31: Das sind wirklich so die die Standart Themen wo ich immer wieder gesagt habe ja hier doch mal wie der Bart und Mann lesen.

01:07:39: Hier nochmal fröhlich gilt auf hier noch einmal gut knächt, ja?

01:07:41: Ich jetzt nochmal meinen Text über Neurodivergenz das ich sagt hab jetzt mal alles in ein Buch weil das so oft Thema war und das finde ich toll dass uns das gelungen ist dass es jetzt auch in der Praxishone Resonanz hat.

01:07:58: Das freut mich total und gleichzeitig würde ich mir natürlich wünschen, dass dieses Buch absolut überflüssig ist.

01:08:04: Ja also das alle sagen ach das machen wir alles schon!

01:08:07: Also dann wäre ich so richtig glücklich und dann wär mein Job auch in vielen Bereichen getan, da könnte ich mich nur auf die Ausbildung von Studierenden konzentrieren.

01:08:16: aber solange das nicht so ist braucht es das Banden bilden und sich einsetzen für fachliche inklusive Konzepte, die Kinder in ihren Bedürfnissen, Entwicklungsbedürfnisse ernst nehmen.

01:08:30: Das ist auch ein bildungspolitischer Auftrag an uns alle.

01:08:34: Total.

01:08:35: Und was mir gerade nochmal einfällt, für diejenigen, die noch mal etwas zu der Studie hören möchten in meinem Podcast – der Kita-Podcast – da habe ich ein Interview mit Frau Lagemann genau zu der Bertelsmann-Studie und da werden noch einmal die ganzen Ergebnisse zusammengefasst.

01:08:54: Ich danke dir ganz recht herzlich Andrea wieder diese Fülle an Informationen!

01:09:02: Vielen Dank, dass du da warst

01:09:04: Ja, danke Lea für das Gespräch und auch danke dass ich hier sein durfte.

01:09:07: Und ja man kann ja auch sagen Danke, dass es einfach so viele pädagogische Fachkräfte in diesem Land gibt die trotz der schwierigen Rahmenbedingungen trotz dieser vielfältige Herausforderung dann tatsächlich auch sich konsequent fort und weiterbilden.

01:09:23: solche Podcasts sich anhören weiter denken also denen gilt glaube ich der größte Dank kann man glaube ich hier auch noch mal an der Stelle so sagen

01:09:32: absolut An der Stelle.

01:09:35: vielen Dank auch nochmal von mir und vielen Dank fürs Zuhören.

01:09:38: Und dann sehen wir uns oder hören uns in der nächsten Folge, bis dahin macht's gut!

01:09:43: Tschüss!

01:10:00: Nach einer kurzen Lernerfolgskontrolle erhältst du eine Kompetenzbescheinigung für das heutige Thema.

01:10:06: Unser Tipp?

01:10:07: In der Lernwelt kannst du jederzeit und völlig flexibel noch mehr pädagogische Themen entdecken, melde dich jetzt an und erhalte Zugriff auf über fünfzig Videokurse- und Lernartikel von erfahrenen Expertinnen!

01:10:20: Wusste es schon?

01:10:21: Dieser Podcast wird in regelmäßigen Abständen auch live aufgezeichnet.

01:10:26: Du hast die Möglichkeit online dabei zu sein, die Expertinnen persönlich kennenzulernen und dich direkt am Austausch zu beteiligen.

01:10:33: Die Termine und Infos findest du auf der Homepage der PDQ-Akademie unter dem Suchbegriff Masterclass.

01:10:40: Alle Links findest Du natürlich auch in den Shownotes.

01:10:44: Mach's gut!

01:10:44: Und bis bald in Deiner Lernwelt oder zu einer neuen Folge von Weiterwachsen als Kitafachkraft.

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