#39 Dienstplanung mit Weitblick – Zwischen Fachkräftemangel und Qualitätsanspruch
Shownotes
In dieser Folge geht es um Dienstplanung in der Kita und um die Frage, wie Dienstpläne auch unter schwierigen Rahmenbedingungen stabil, fair und praxistauglich gestaltet werden können. Die Folge macht deutlich, dass die Herausforderungen in Kitas in den vergangenen Jahren stark gewachsen sind, während sich die personellen und strukturellen Bedingungen vielerorts nicht ausreichend mitentwickelt haben. Im Mittelpunkt steht deshalb die Idee des resilienten Dienstplans, der auch bei Ausfällen funktionieren soll und nicht ständig auf Überstunden basiert. Dabei wird deutlich, dass gute Dienstplanung weit mehr ist als die Verteilung von Arbeitszeiten: Sie beginnt bei der Analyse von Abläufen, Aufgaben, Zeitfressern und Besucherzahlen. Ziel ist es, Qualität für Kinder, Fachkräfte, Eltern und Träger wieder stärker in den Mittelpunkt zu rücken.
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Weiterbildungsangebote zum Thema Dienstpläne & Leitungsaufgaben
Seminar: Resiliente Dienstpläne – stabil planen trotz Engpässen
Weiterbildungsreihe: Fachpädagog:in für Kita-Leitung
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00:00:00: Heute zu Gast ist Henrike Holz.
00:00:02: Seit fast dreißig Jahren ist sie Kita-Leitung und auch frei berufliche Referentin und Beraterin für frühkindliche Pädagogik, Kitaorganisationen und Verwaltung.
00:00:13: Und außerdem ist sie auch noch Elternbegleiterin und Autorin.
00:00:17: Zu dem Thema was wir heute uns anschauen wollen hat sie nämlich schon ein Buch rausgebracht Und darum also ein wichtiges Thema für Henrike sind tatsächlich auch resiliente Dienstpläne und praktikable Strukturen, damit Qualität auch trotz knapper Ressourcen gesichert werden kann.
00:00:35: Mit einer klaren Haltung, einer gemeinsamen Planung im Team und auf verbindlichen Puffer- und Verfügungszeiten!
00:00:41: Henrike kommt aus Rheinland-Pfalz und bringt eine große Portion Praxisliebe mit.
00:00:47: Und sie steht für Veränderungen, die Mut brauchen und gleichzeitig aber auch gute Planung.
00:00:52: Henrike schön dass du heute da bist.
00:00:54: herzlich willkommen!
00:00:56: Ja danke schön.
00:00:57: ich freue mich das sich heute beides sein darf Danila und hier zu diesem wichtigen Thema so einiges erzählen darf.
00:01:04: Ich bin schon ganz gespannt.
00:01:06: ja lass uns loslegen.
00:01:32: Der Dienstpläne sind ja tatsächlich, finde ich... Einerseits ein superwichtiges Thema, weil alle müssen sie machen.
00:01:44: Und ganz häufig erlebe ich das aber auch so, dass es so ein bisschen stiefmütterlich behandelt wird.
00:01:49: Na ja, müssen wir halt machen und wenn ich jetzt einen Dienstplan mache und dann Montag kommen wir in die Kita läuft sowieso wieder alles ganz anders als wir geplant haben?
00:01:58: Also ich hab da häufig erleblich so ein ambivalentes Gefühl von entweder der Erleitung, wenn die Leitung das alleine macht oder vielleicht auch Leitung und Team gemeinsam.
00:02:08: also ich glaube auch, ein großes Thema ist, wo gar nicht so viele sich gerne eigentlich mit beschäftigen.
00:02:17: Ich glaube das ist eher so ein Must-Have und darum bin ich auch ganz gespannt was denn die Resilientendienstpläne sind, wo du uns ja etwas mitgebracht hast.
00:02:27: Ich würde allerdings, bevor wir da gleich einsteigen das Ganze gerne noch mal ein bisschen größer machen.
00:02:32: Du hattest im Vorgespräch gesagt dass es im Moment so eine Störung gibt im Gleichgewicht in der Kindertagesstättenlandschaft.
00:02:42: Magst du vielleicht damit einmal starten und einmal erklären was meinst du denn damit?
00:02:46: Ja sehr gerne.
00:02:48: ja.
00:02:48: also dieses Gleichgewichts in den Kindertagestätten ist arg gestört.
00:02:53: Wir sind tagtäglich mit Fachkräftemangel belastet, also wir sind immer mit konfrontiert.
00:02:57: Wir wissen eigentlich überhaupt nicht mehr als Führungskräfte wie sollen wir das managen?
00:03:03: und stehen jeden Morgen eigentlich vor der Herausforderung immer wieder neue Pläne schreiben zu müssen weil sich immer etwas verändert.
00:03:12: Das Gleichgewicht hat sich aber schon über Jahre hin sehr stark verändert und ist jetzt Ungleichgewicht gekommen, nämlich durch die Entwicklung in den Kindertagesstätten.
00:03:25: Also man hat ja früher angefangen... Früher war die Kita eine Bewaranstalt, fing dann an irgendwann auch eine Bildungseinrichtung zu werden und die Berufsausbildung hat sich verändert also von der Kindergärtnerin über nachher die Erzieherinnen, heute tolle Studiengänge auch dazu.
00:03:50: Völkindliche Bilder und völklinische Studiengange, die eingeführt worden sind.
00:03:56: Ja mit diesen ganzen Veränderungen, die da auf uns zugekommen sind hat sich aber an den Rahmenbedingungen ganz wenig verändert.
00:04:04: also die Ansprüche sind immer weiter vorangeschritten.
00:04:10: Bildungspläne, Praxisanleitung wie gesagt Bildungseinrichtungen sein Dokumentationen und so weiter Qualitätskriterien erfüllen.
00:04:19: Das alles hat sich OnTop immer wieder dazu gegeben.
00:04:26: aber letztendlich die Rahmenbedingungen sind gleichgebieten.
00:04:30: knappe öffentliche Mittel ja.
00:04:33: dann das Ansehen in der Öffentlichkeit ist auch nicht Besonders weiter vorangeschritten, obwohl man das versucht hat.
00:04:41: Mehr Personal ist immer aufgefressen worden durch neue Anforderungen zu dem was on top oben draufgekommen ist keine gesetzlich geregelten Verfügungszeiten.
00:04:52: Zuletzt hatten wir die Hoffnung durch das Gute-Kita-Gesetz, naja da tut sich was.
00:04:57: und jetzt kriegen wir endlich die Anerkennung.
00:04:59: Jetzt kriegen wir endlich die verfügungszeit.
00:05:02: aber da sind wir leider auch bitter enttäuscht worden.
00:05:06: Und mit diesen ganzen Veränderungen ist ja etwas geblieben.
00:05:11: also es ist ja was angekommen.
00:05:13: was schon da ist bedeutet Wir haben immer jüngere Kinder bekommen, damit auch so was wie Wickelsituationen, Schlafenssituation.
00:05:27: Dann Mittagessen ist eingeführt worden – Ganztagsbetriebe, Rechtsansprüche für jedes Kind und Praxisanleiter-Situation hat sich auch immer weiter entwickelt und man braucht heute Zertifikate dafür.
00:05:44: Also es ist alles da!
00:05:47: Dieser ganze Riesenbrocken ist angekommen, aber dazu hat sich die Personaldecke nicht wesentlich verändert.
00:05:57: Das heißt wir haben immer weiter möglich gemacht und sind jetzt an einem Punkt wo wir einfach merken das funktioniert so nicht.
00:06:08: zu dem was halt dazugekommen ist und was wir erfüllen müssen ja was wir sollen was für unser Auftrag ist Und gerade auch das Gute-Kita-Gesetz, das hat ja zuletzt die Eltern noch mal extrem gestärkt.
00:06:26: Da ist das Mittagessen mit diesem Rechtsanspruch jedes Kind hat ein Mittagessent dazu gekommen diese sieben Stunden am Stück Regelung dann die Eltern sollten auch noch mal ein neues Elternforum bekommen, also Elternbeirat, Elternausschuss.
00:06:41: Da ist ja unheimlich viel passiert und unheimliche Stärkungen in den Rechten der Eltern.
00:06:47: aber so die Ebene Personal und was unsere Bedingungen sind haben sich leider nicht mit verändert.
00:06:59: wichtig, was sich immer noch nicht gut entwickelt hat ist die Leitungsfreistellung.
00:07:05: Also das muss man auch ganz klar sagen da haben wir uns auch durch das neue Gesetz natürlich viel mehr erhofft, was nicht passiert ist.
00:07:14: Leituns Freistellungen also früher war das gar nicht geregelt in den Bundesländern Eine Trägerangelegenheit.
00:07:22: Wir hatten in Rheinland-Pfalz damals sehr gekämpft und ich hatte dann mit fünf Einrichtungen tatsächlich auch eine volle Freistellung, das war sehr luxuriös!
00:07:32: Ja?
00:07:32: Das war schön wir konnten leiden, ich konnte leiden... Und dann kamen das Gesetz.
00:07:39: und das Gesetz hat da nur noch gesagt naja gut du mit dem was du jetzt hast leite mal bitte in fünfundzwanzig Stunden Und daran sieht man, das hat sich also überhaupt nicht zum Positiven entwickelt.
00:07:51: Im Gegenteil unser Träger ist dann natürlich auch zurückgerudert und hat dann auch gesagt naja wenn es gesetzlich jetzt so vorgegeben ist warum sollen wir mehr bezahlen?
00:08:02: Dadurch ist die Leitungsfreistellung auch zurückgenommen worden.
00:08:07: Das hat Auswirkungen auf all das was wir machen und was wir planen müssen.
00:08:16: Jetzt mal, um das ein bisschen vorwegzunehmen.
00:08:18: Alles was ich tun muss wie zum Beispiel Leiden und ich bekomme nicht genügend Zeit dafür so wie es jetzt gesetzlich ist, muss sich aus dem großen Topf holen.
00:08:31: Und der große Topf heißt nimm es den Kindern weg.
00:08:37: Also es ist ja heute immer noch eine Berechnung Eine Personalberechnung die sagt So, wir schmeißen alles schön rein in einen Topf und du musst dir dann da was rausnehmen für deine Aufgaben.
00:08:52: Und das ist halt sehr, sehr schwierig und funktioniert halt nicht wenn man dieses Thema Dienstplangestaltung nicht ordentlich betrachtet und nochmal von der Wurzel her ordentlich Betrachtet.
00:09:07: also wie ist alles entstanden?
00:09:10: Ja
00:09:10: Okay, also das heißt... Also da stimme ich dir auch total zu mit den ganzen Herausforderungen was alles nach und nach in den letzten Jahren ja immer oben drauf gekommen ist.
00:09:19: Und es hat sich ja tatsächlich nicht wirklich viel und auch nicht wirklich zum Besseren geändert?
00:09:26: Was bedeutet das denn, also du hattest ja schon gesagt es gibt unterschiedliche Funktionsstellen.
00:09:30: Es gibt Unterschiede.
00:09:31: Also es gibt nicht klare Regelungen.
00:09:33: wie ist die Vorbereitungszeit.
00:09:35: Welche gibt es nicht kriegen?
00:09:36: Das erlebe ich auch häufig dass Teilzeitkräfte gar keine Vorbereitung Zeit bekommen oder verfügungszeit bekommen sondern nur Vollzeitkräften.
00:09:44: was bedeutet denn das alles dann für die Dienstplanung?
00:09:49: Ja die Dienst Planung So sage ich immer, ist der Motor.
00:09:54: Der Motor der Kindertagesstätte ist der Dienstplan und Ich muss das erstmal verstehen dass da alles rein muss in diesen Plan damit wir wieder Zeit haben für das eigentliche Also Zeit für das was wirklich unser Auftrag ist.
00:10:13: Ja Wir müssen uns also da auf den Weg machen nochmal zu überlegen ja Was ist denn überhaupt?
00:10:19: Unser Auftrag unser gesetzlicher SGB VIII, KJTG Erziehung Betreuung Bildung Kinder zur eigenverantwortlichen Persönlichkeitsstarken Personen auf den Weg bringen.
00:10:35: Das ist unser Auftrag.
00:10:37: das bedeutet wenn wir uns dessen nochmal klar geworden sind dass wir in unseren Kindertagesstätten Veränderungen zulassen müssen.
00:10:46: und diese Veränderung sind nötig weil wenn man sich Wenn man reflektiert erkennt, das Gleichgewicht in den Kindertagesstätten ist gestört.
00:10:59: Dann muss ich im Gegenzug dazu etwas verändern und diese Veränderung ist notwendig einmal in den organisatorischen Strukturen aber auch in den Abläufen die wir haben und zwar immer mit einem einzigen Ziel wenn wir etwas ver ändern nämlich dass wir etwas qualitativ verbessern.
00:11:22: Aber diese qualitative Verbesserung bitte für alle Interessengruppen.
00:11:27: Für die Kinder, für die Mitarbeiter und für die Eltern letztendlich natürlich auch für den Träger!
00:11:34: Ja.
00:11:35: aber wenn etwas aus dem Ungleichgewicht gekommen ist dann heißt das auch dass es sein kann dass auch eine Interessensgruppe vielleicht auch mal wieder einen Schritt zurücktreten muss.
00:11:49: Und diese Qualität, die wir auf den Weg bringen wollen, die gelingt halt nur im Zusammenspiel.
00:11:56: Kita – Eltern – Träger und das Kind steht im Mittelpunkt so.
00:12:01: Jetzt habe ich unseren Dienstplan als Motor.
00:12:05: Ich muss das also verstehen.
00:12:08: Am Anfang steht immer eine Veränderung.
00:12:12: Das heißt, ich muss einen Prozess in Gang bringen der es ermöglicht, Personal effizienter einsetzen zu können.
00:12:25: Ja?
00:12:26: Weil wenn ich Personal nicht effizienteinsetze habe ich zusätzlich zu unserem Fachkräftemangel noch das Problem dass die Leute, die ich habe, nicht effiziert eingesetzt sind.
00:12:41: Das heißt Ich verschwende Personalstunden Und das sollten wir natürlich tunlichst vermeiden.
00:12:49: Also Qualität, Flexibilität von uns und diese limitierten Mitarbeiterressourcen die stehen immer in einem ganz engen Verhältnis zueinander.
00:13:00: Wir tragen alle gemeinsam Verantwortung dafür dass wir dann neue Dienstpläne für neue Anforderungen schreiben können um das Gleichgewicht wiederherzustellen den wir gemeinsam bestreiten müssen und die Qualität der Arbeit mit den Kindern dann wieder in den Mittelpunkt rückt.
00:13:23: Ja,
00:13:24: das heißt aber also es hört sich für mich dann so an dass es eben nicht nur die Überlegung ist wenn jetzt um die Dienstplan Gestaltung geht.
00:13:32: Es ist nicht nur die Überlegung, wer arbeitet wann und wer macht vielleicht auch Wannenpause?
00:13:37: Sondern es muss ja dann im Grunde der Schritt schon vorher passieren.
00:13:40: was du vorhin schon gesagt hast also wie gestalten wir die Schlafenszeit Wie gestalten wird die Essenszeit?
00:13:45: Okay Also das heißt Im Grunde Ist Ja Dann Etwas Was Die Leitung Gemeinsam mit dem Team also dass die Tagesabläufe quasi die Struktur Der Tages Abläufer gestaltet an den Dienstplan Mit oder ist es andersrum?
00:13:58: Also es
00:13:58: geht erstmal darum, tatsächlich mal zu gucken wie ist der Alltag organisiert.
00:14:04: Wie wird was auch mit den Eltern kommuniziert?
00:14:07: Wie stehen die Aufgaben im Zusammenhang mit SGB VIII?
00:14:11: Mache ich auch Analysen oder ist das alles nur ein Bauchgefühl?
00:14:16: Wie sind Arbeitsabsprachen auch gestaltet?
00:14:19: Sind Verträge noch zeitgemäß?
00:14:22: Es gibt also auch noch Altverträge, die heute gar nicht mehr passend sind.
00:14:26: Dann muss ich überlegen wo gibt es Zeitfresser und ganz wichtig was auch noch viel Zeit verschwendet wird oder falsch eingesetzt wird?
00:14:39: wie und wann werden Teamsitzungen organisiert?
00:14:42: Oder Wie ist die Informationsweitergabe geregelt oder in den Abläufen?
00:14:48: passen die Abläufe zur Raumgestaltung.
00:14:51: Also kann der Personaleinsatz überhaupt effizient sein?
00:14:56: Wie oft werden Kinder in ihren Abläufeln unterbrochen, wie oft werde ich in meiner Arbeit unterbrochene?
00:15:03: All das sind ja Zeitfresser, die Personalstunden kosten und diese Gedanken... Das ist also erst mal Punkt eins, die ich mir machen muss.
00:15:16: Wie ist das bei mir im Haus?
00:15:18: Und dann erst kann ich überlegen, so wie gehe ich jetzt den Dienstplan an.
00:15:24: Ein Dienstplan muss auf einen Blick mehr zeigen als nur die Arbeitszeit, nämlich da muss rein die Arbeitszeiten der einzelnen Mitarbeiter aber auch die Arbeitsbereiche zu welcher Zeit bin ich wo und wie lange eingeteilt?
00:15:42: Verfügungszeiten müssen unbedingt fest rein für eine bessere Planbarkeit, zum Beispiel für Elterngespräche.
00:15:49: und wie lange hat jemand Verfügung.
00:15:53: Und ich muss auch sehen in einem guten Dienstplan die Dienste der anderen Mitarbeiter nämlich.
00:15:59: nur dann kann ich gut kommunizieren kann auch flexibel reagieren und kann auch je nachdem wenn es erforderlich ist dienste tauschen oder schneller vertreten.
00:16:12: Pausenzeiten müssen rein.
00:16:15: und was sehr, sehr wichtig ist, was ganz viele Führungskräfte nicht im Plan haben, was sehr selten ist, ist das durchschnittliche Besucherverhalten der Kinder in fünfzehn Minuten
00:16:29: einheiten.".
00:16:31: Das muss ich
00:16:32: wissen!
00:16:33: Also, fünfzehminuten bedeutet immer... Ich schreibe einen Plan dass eine Kollegin weiß, ich habe um sieben Uhr beginnen.
00:16:43: Um sieben Ur sind so und so viele Kinder da, um viertel nach sieben so und viel, um halb wieder die nächsten.
00:16:50: Das heißt also in den Randzeiten nehme ich in der Dienstplangestaltung ein durchschnittliches Besucherverhalten.
00:16:59: dafür muss sich natürlich vorher analysieren wie ist das?
00:17:03: In der Kernzeit empfehle ich immer die Anzahl der Kinder zu planen, laut Betriebserlaubnis.
00:17:11: Dann wissen wir auch sind nie alle immer da.
00:17:15: aber dadurch dass sich die volle Anzahl plane habe ich auch immer direkt schon ein Puffer der auch wichtig ist.
00:17:22: ja und hintenrum wenn es in den Ganztagesbereich geht in den Nachmittagsbereich da plane ich wieder mit einem durchschnittlichen Verhalten, weil warum fünfzehn Minuten?
00:17:36: Also es gibt Tools zum Beispiel die auf dem Markt sind.
00:17:41: Die haben so halbe Stunde Einheiten aber nicht gemessen an den Kinderzahlen sondern einfach nur dass man die Dienst, die kommen Zeit und die Gehzeit besser definieren kann.
00:17:56: Aber ich empfehle fünfzehn Minuten, weil wir müssen uns das mal vor Augen halten wenn man fünfzehnt Minuten Arbeitszeit pro Arbeitstag spart bedeutet dass bei vierhundert zwei hundertvierzig Öffnungstagen Das ist ungefähr so was die Kitas haben.
00:18:14: Zwei hundertezig Öffnungs Tage bedeutet das sechzig gewonnene Stunden pro Jahr wieder an Qualität für die pädagogische Arbeit nützlich sein können.
00:18:29: Und das ist so wichtig und...
00:18:33: Ja, das ist glaube ich auch ein gutes Argument.
00:18:35: also weil mein erster Gedanke war so oh Mann!
00:18:37: Das ist ja dann auch erstmal ganz schön viel Vorarbeit sozusagen um da gut einzusteigen.
00:18:42: aber klar wenn ich mir dann deutlich mache dass es so viele Stunden dann eben sind die wir gewinnen Dann rechtfertigt das die Arbeit auch wieder ne?
00:18:49: Vor allen Dingen wenn ich mir mal überlege, wie ist das mit Personal ausfällen?
00:18:54: Das ist ja auch planbar.
00:18:56: Also Urlaubszeiten.
00:18:59: Im Schnitt ist eine Kollegin zehn Tage krank, das ist nur der Schnitt.
00:19:03: Der ist aber mittlerweile schon überholt.
00:19:05: Da geht man noch von weit aus mehr Krankentagen aus.
00:19:09: Wir haben alle unsere Regenerationstage, wir haben unsere Vorbereitungstage.
00:19:14: Ja also da ist ja unheimlich viel Personalausfall was ja schon feststeht.
00:19:20: Also diesen Personalaussfall den muss ich ja schon mal einplanen.
00:19:25: Ja, weil sonst brauche ich gar nicht Plan.
00:19:27: Weil jeder Plan der sofort umfällt wenn einer krank ist oder zwei Leute krank sind die Zeit kann ich mir sparen.
00:19:37: also der plan muss so resilient sein dass er auch funktioniert.
00:19:43: Wenn zwei drei Fachkräfte nicht im haus sind bedeutet aber immer auch zu überlegen Was beeinflusst denn unser Plan?
00:19:54: Weil hier ist auch maßgeblich zum Beispiel, wie groß es eine Kindertagesstätte.
00:20:00: Kleinere Einrichtungen haben's viel, viel schwieriger.
00:20:04: Die haben andere Probleme aber die haben ja viel weniger Köpfe oft.
00:20:08: Also was beeinflußt den Plan?
00:20:10: Besucherverhalten der Kinder das ist das, was ich gerade gesagt habe.
00:20:15: Aber auch wie lang ist die Kita geöffnet oder Teilzeit-Leute und wie viel Vollzeitkräfte habe ich?
00:20:23: Auch da ist oft das Gleichgewicht nicht mehr da.
00:20:28: Und da sollten wir auch dann gucken, wenn wir Neueinstellungen haben was machen wir mit den frei werdenden Stunden?
00:20:34: ja eher verteilen oder eher zwei Teilzeitkräften oder eine Vollzeitkraft?
00:20:42: Das muss gut analysiert werden.
00:20:45: Dann beeinflusst aber auch unseren Plan.
00:20:49: Haben wir Vertretungen?
00:20:51: Haben wir einen Pool, also gibt es etwas wo ich nochmal jemanden anordern kann.
00:20:57: oder welche Qualifikation haben die Mitarbeiter.
00:21:00: Wie ist meine Leitungsfreistellung?
00:21:02: Ist mein Träger großzügig oder ja nimmt er nur das was Gesetz oder gibt er nur dass was gesetzlich vorgeschriebenes?
00:21:12: Ja und dann natürlich ganz besonders was auch unsere Pläne beeinflusst sind Vorlieben auch von den Mitarbeitern.
00:21:22: Also da kommt ja ganz oft auch so dieses, vor acht kann ich nicht arbeiten nach halb eins geht auch nicht und zwölf muss sich mein Kind abholen oder freitags muss ich immer früher gehen.
00:21:36: Da hat mein Kind keine Ganztagsschule.
00:21:40: Wir sind nun mal eine Arbeitsstelle ein Berufsfeld wo überwiegend noch Frauen arbeiten.
00:21:48: Es kommt zwar immer mehr Männer, aber die Männer, die wir haben sind dann auch oft so dass sie auch Erziehungsurlaub nehmen und auch Krankentage nehmen.
00:21:58: Also das macht dann auch keinen großen Unterschied.
00:22:03: Und jetzt hattest du eben davon gesprochen, dass die Dienstpläne Resilient sein sollen.
00:22:09: Und das ist ja auch ... Also dein Buch, ich hab's mir hier aufgeschrieben, heißt ja auch Resiliente-Dienstplänen in Kindertagesstätten.
00:22:16: Was meinst du?
00:22:17: Da kann ich mir relativ wenig drunter vorstellen, was ist denn ein resilienter Dienstplan?
00:22:21: Ja also Resilientes bedeutet für mich der Plan muss funktionieren auch bei Ausfällen.
00:22:30: Also idealerweise schreibe ich einen Plan.
00:22:33: Ich empfehle immer für die soziale Gerechtigkeit mindestens zwei Pläne zu haben, die dann wechseln.
00:22:43: Wir hatten auch zu Hochzeiten vier Pläne, die wöchentlich gewechselt haben.
00:22:48: Ich hab immer einen Plan.
00:22:49: Die sind lange vorher bekannt.
00:22:52: Es werden vier Plännen rausgegeben und sie halten idealerweise ... Wenn kein Personalwechsel ist, halten die, wenn keine großen Veränderungen sind, ja und länger?
00:23:04: Ja!
00:23:05: Das heißt, diese Plänen stehen Die funktionieren sind sozial gerecht, bedeutet da wird auch mal getauscht.
00:23:13: Wer hat Freitagsmal früher Schluss?
00:23:17: Ja oder die verfügungszeiten?
00:23:19: wer hat Mal an dem einen Tag lange Verfügung, wer hat einem anderen taglange verfügung?
00:23:24: und dadurch dass man dann mehrere Pläne hat rotieren die Plänen.
00:23:28: jeder kommt mal in den Genuss von gewissen Vorzügen und kann dann auch wieder viel besser qualitativ hochwertiger mit den Eltern planen.
00:23:39: Also Elterngespräche, verfügungszeiten nutzen vorausschauend Planen ja all das was da dranhängt Und Resilienz bedeutet ich brauche diese Pläne wenn es dann zu kurzfristigen Ausfällen kommt nur umschreiben innerhalb der Tagesstruktur.
00:24:02: Das heißt Ich verändere keine Arbeitszeiten.
00:24:08: Das war unser Anliegen und so haben wir auch lange versucht zu arbeiten oder wir haben es sogar gearbeitet,
00:24:14: weg
00:24:14: von den Überstunden.
00:24:17: Überstünden machen krank!
00:24:19: Die belasten uns sondern es geht darum mit der vorgeschriebenen Arbeitszeit die man hat mit dem Personalschlüssel auszukommen.
00:24:30: Ja das heißt ich kann innerhalb des Tages wie die Leute kommen.
00:24:36: Da mache ich meine Unplanungen, da bin ich flexibel.
00:24:39: Da versuche ich etwas umzustrukturieren aber möglichst überhaupt nicht an den Arbeitszeiten etwas zu verändern.
00:24:47: und das ist resilient!
00:24:49: Ich vergleiche es immer gerne auch mit dem Bankkonto.
00:24:55: also wenn ich als Privatperson mein Mein Konto, mein Girokonto.
00:25:02: Ständig überziehe ... Das wären dann die Überstunden?
00:25:06: Ich überzieh, ich überziee.
00:25:08: Dann hab' ich Zinsen.
00:25:11: Die Zins werden immer mehr.
00:25:13: Ich komme immer weniger raus aus den Schulden und kann es dazu kommen, dass ich irgendwann Insolvenz anmelden muss.
00:25:21: Ich bin pleite!
00:25:22: Und so geht's im Moment auch den Kindertagesstätten.
00:25:26: Die schieben ihre Überstünden vor sich her.
00:25:29: Überstundenberge und die Menschen, die dort arbeiten.
00:25:34: Die sind total frustriert.
00:25:37: Krisenstimmung macht sich breit.
00:25:40: Sie sind auch ausgelaugt.
00:25:44: Und sie werden krank!
00:25:48: Und dadurch sind natürlich auch die Krankenstände – das hat man ja in Studien sogar festgestellt – immens hoch in den Kindertagesstätten.
00:25:58: Und wir wollen ja wieder Menschen gewinnen, die für diesen tollen Job brennen.
00:26:04: Es ist ein ganz toller Beruf also Erzieher, pädagogische Fachkraft is'n ganz tolla Job!
00:26:10: Ich hab das immer liebend gerne gemacht.
00:26:13: und aber wenn ich in diesem Job krank werde weil die Rahmenbedingungen so schlecht sind oder weil ich ständig in der Überstunde bin dann funktioniert es nicht.
00:26:23: Dann komme ich auch nicht gesund in die Rente.
00:26:26: Und die Pläne, die ich schreibe, die waren zu achtzig Prozent nicht mit Überstunden belastet.
00:26:34: Also ich kann nicht sagen es geht nie!
00:26:37: Natürlich kommen wir auch in Situationen wo kurzfristige Ausfälle so groß sind dass wir hier auch mal über Stunden machen müssen.
00:26:50: ja da ist dann jeder bereit dazu aber überwiegend müssen wir mit dem auskommen was wir haben.
00:26:58: Ja, das kann ich mir tatsächlich auch vorstellen.
00:27:00: Wenn ich als Mitarbeiterin oder Mitarbeiter das Gefühl hab ... Es wird schon auf mich geachtet, dass ich eben nicht, okay, da ist jemand ausgefallen und wer macht jetzt länger?
00:27:07: Wer macht jetzt Frühdienst?
00:27:11: Das wird ja wahrscheinlich auch passieren.
00:27:13: Aber wenn ich das Gefühl habe, auf mich wird anders geachtet bin ich wieder ganz anders bereit, über Stunden zu machen.
00:27:19: Genau.
00:27:20: Aber kannst du vielleicht mal so ein Beispieltag, wo du sagst ... da fallen ein zwei leute aus.
00:27:28: wie würdest du also was würde das dann bedeuten dieser resilienter dienstplan in der umplanung möglichst ohne über stunden dann
00:27:35: okay dazu muss ich erst noch mal bisschen auswohlen weil wir müssen unterscheiden zwischen den not einem notstand durch fachkräftemangel dass es einen notstand zum beispiel wegen unbesetzten Stellen, Langzeiterkrankungen, Berufsverbote wegen Schwangerschaft usw.
00:27:58: Das sind ja Fachkräftemangel-Situationen die wir kennen, die längerfristig sind.
00:28:05: dafür brauchen wir präventive Maßnahmen.
00:28:09: das heißt wenn ich jetzt weiß Ich habe drei Schwangere und hier noch eine unbesetzte Stelle in den nächsten halben Jahr ist nicht abzusehen dass wir diese Stellen besetzt haben, dann muss ich erst hier an der Stelle den Plan wie sehr resilient machen indem ich Maßnahmen ergreife präventiv längerfristig.
00:28:34: Und das geht nur eigentlich über zwei Dinge entweder über die Anzahl der Kinder oder über die Zeit.
00:28:44: Wie lange ist ein Kind da?
00:28:45: Öffnungszeit und natürlich das Alter.
00:28:49: Ja, bedeutet wenn ich jetzt eine Kita habe.
00:28:53: Ich hab eigentlich eighty-fünf Plätze.
00:28:56: Jetzt brechen mir vier Leute weg.
00:28:58: das hatte ich in der Tat abzusehen.
00:29:03: gut ist nicht schnell zu besetzen und wir hatten relativ viele Kinder schon.
00:29:07: also wir hatten achtzig anstatt fünfen achtzig Und da musste ich dann relativ zügig mit dem Träger in Kontakt gehen und gemeinsam mit dem Traeger verhandeln.
00:29:18: Wie kriegen wir jetzt das Gleichgewicht wieder hin?
00:29:21: Nämlich, dass die Fachkraft-Kind-Relation widerstimmig ist laut Personalschlüsse bedeutete Wir haben uns darauf geeinigt, wir machen ab sofort Stopp mit den Aufnahmen sprich es waren einige Kinder weniger plus Die Öffnungszeiten wurden reduziert.
00:29:44: Dann haben wir gemeinsam mit den Eltern überlegt, reduzieren wir oben oder unten?
00:29:49: Und dann war unten einfach die bessere Möglichkeit von halb fünf auf vier zu reduzieren und zusätzlich haben wir dann Freitags noch um drei Uhr geschlossen.
00:29:59: Sonst hätte es auch schon nicht gereicht mit dem Gleichgewicht und haben freitags auch noch zugemacht.
00:30:07: Nach den Sommerferien gehen ja wieder Kinder weg bedeutet, dann kann ich überlegen was habe ich jetzt für eine Quachkraft?
00:30:15: Kindrelation und wie viele Kinder kann ich vorsichtig wieder aufnehmen wenn die Stellen so bleiben.
00:30:24: Das muss man gut mit dem Personalrechner berechnen.
00:30:28: Das ist Punkt eins das ist Resilienz immer wieder ins Gleichgewicht bringen.
00:30:34: Und Punkt zwei ist dann Notstand durch kurzfristige Ausfälle.
00:30:41: Ja, ich würde aber einmal kurz noch mal bei dem Punkt eins einhaken.
00:30:45: Das heißt und das finde ich total wichtig dass du nochmal also Das mache ich dann nicht als Leitung oder als Team alleine, sondern zum Eingehen immer in Austausch mit dem Träger um noch mal deutlich zu machen.
00:30:54: Was bedeutet denn das eigentlich?
00:30:55: In was für eine Relation arbeiten wir?
00:30:57: Können wir da überhaupt noch sinnvolle Bildungsarbeit leisten?
00:31:01: oder ist es nur noch ne Aufbewahrung?
00:31:03: also dass man sich quasi daher auch die im besten Fall die Rückendeckungen dann mitholt?
00:31:08: und aber auch was du meintest mit den Eltern Also dass ich auch die mit ins Boot hole und sag Leute passt auf so sieht's aus.
00:31:15: Und jetzt würden wir gerne mit euch gemeinsam gucken, was es denn sage.
00:31:19: ich mal der Weg, der am wenigsten für alle wehtut.
00:31:23: Das finde ich einfach nochmal so wichtig zu betonen weil ich häufig dieses Gefühl habe bei Leitung Ich sitze da alleine vor oder ich sitze dann mit meinem Team vor und sich da aber eben Ja, noch mal deutlich zu machen.
00:31:37: Ich sitze da eben nicht alleine vor, sondern ich hab ja am besten fallen Träger im Rücken und habe auch die Eltern, die ja hoffentlich... Da geh ich erstmal von aus das Beste fürs Kind wollen.
00:31:47: Das Beste ist eben nicht dass sie nur aufbewahrt werden und die Kolleginnen und Kollegen total fertig sind schon vom Alltag.
00:31:54: Also
00:31:56: da sprichst du mir aus der Seele.
00:31:58: Deswegen ohne den Träger geht es nicht, ja?
00:32:01: Wir brauchen im Vorfeld präventive Maßnahmen und zwar gesetzlich ist es so – Der Trägar muss dem Personalschlüssel ganz jährlich erfüllen!
00:32:10: Und dafür braucht er dann Vorkehrungen und Absprachen.
00:32:14: Die muss man im Vorfeld klären, gibt es ein Maßnahmekatalog?
00:32:18: Gibt es klare Leitlinien?
00:32:20: Was darf die Leitung selbst entscheiden?
00:32:23: Was muss sie mit dem Träger absprechen?
00:32:26: Kann jemand eingestellt werden?
00:32:28: wann?
00:32:29: oder gibt es Regelungen bezüglich anfallender Überstunden?
00:32:34: Werden die ausgezahlt weil wenn über Stunden immer wieder abgefeiert werden funktioniert es nicht.
00:32:40: Da beißt sich die Katze immer wieder in den Schwanz, ja?
00:32:44: Und diese Sachen müssen wir im Vorfeld klären.
00:32:48: Sonst geht's nicht!
00:32:50: Ja
00:32:51: und das Zweite wie gesagt diese kurzfristigen Ausfälle, die wird dann noch einen Top haben.
00:32:57: Das heißt, wir haben dann wieder einen Plan.
00:32:59: Der ist im Gleichgewicht, da stimmt alles.
00:33:02: und dann kommen diese kurzen Ausfälle Montagmorgen, Telefonen drei Kollegen melden sich krank einer ist auf Fortbildung und Praktikantin hat auch noch ausgerechnet Schule.
00:33:16: das sind Sachen die betreffen das betriebliche Management.
00:33:20: also hier bin ich gefragt Also ich bin dann gefragt, wie kann ich schnell reagieren?
00:33:28: Was kann ich tun um auch hier wieder Fachkraft-Kind-Relation ins Gleichgewicht zu bringen.
00:33:35: Und wir haben dann immer geguckt morgens früh okay wer hat parallel zum Kinderdienst verfügungszeit derjenige könnte dann einspringen.
00:33:46: also auch verfügungseiten sollten genauso vergeben werden auf den auf die Tage verteilt, dass immer zum Frühdienst auch andere Menschen im Haus sind, die andere Aufgaben haben.
00:34:01: Und man kann z.B.
00:34:03: in der großen Kita wie bei uns auch, ne?
00:34:05: Nämlich noch mal das Beispiel für mennachzig Kinder.
00:34:08: Wir haben Krippe gehabt, wir haben einen Y-Trei Bereich gehabt und wir haben offen gearbeitet.
00:34:13: Es gab zwei Morgengruppen.
00:34:16: So jetzt kommt auch die fünfzehn Minuten Regelung wieder.
00:34:20: Jetzt habe ich zwei Morgengruppen.
00:34:22: Ich kann ja dann mit einer erst mal anfangen und kann dann mal schauen, okay wie entwickelt sich das?
00:34:29: Wir haben immer die Morgengruppe in der Krippe gelassen damit die Kleinen ihre gewohnte Umgebung hatten und haben die großen dann mit reingenommen.
00:34:38: oder die Großen haben schon in der Küche mitgeholfen mit der Hauswirtschaftskraft Frühstück herzubereiten.
00:34:46: also da gab es viele Möglichkeiten bis dann die nächste Kollegin da war.
00:34:55: Und dann muss natürlich überlegt werden, wann mache ich welche Räume auf?
00:35:00: Das kann auch schon mal ganz wichtig sein, die richtigen Entscheidungen zu treffen.
00:35:07: Wir haben uns immer gegönnt in der offenen Kita um acht Uhr öffnen alle Bildungsbereiche.
00:35:15: In so einem Fall, wenn es jetzt ums betriebliche Management geht öffne ich natürlich dann nicht alle Bildungsbereiche.
00:35:24: Sondern ich entscheide dann okay was können wir öffnen?
00:35:27: Was macht Sinn?
00:35:29: Entscheidest idealerweise auch noch mit den Kindern und kann mich denen entsprechend dann auch etwas mehr über Wasser halten.
00:35:38: Und dann muss ich natürlich relativ schnell gucken.
00:35:41: Also mein Job war es als Leitung, Montagmorgen Telefon klingelt, relativ schnell... Ich mache den Dienstplan auf, ich hole mir nur diesen einen Tag, Montagsmorgen, gucke mir nur den Montagsmorgens an und entscheide wer geht in welchem Raum, wer übernimmt welche Aufgabe innerhalb der Arbeitszeit?
00:36:02: Dann eventuell eine Pause verschieben Das geht ja auch.
00:36:07: Oder eine Pause auch mal einbauen, das geht auch mal wo vielleicht keine nötig wäre und hinten rum schaue ich dann auch noch.
00:36:17: ist die Namitagsregelung noch intakt oder muss auch hier zur Arbeit mit den Kindern noch jemand dazukommen der vielleicht in der Zeit andere Aufgaben hat?
00:36:30: also müssen wir auf verfügungszeiten verzichten.
00:36:35: Und eine letzte Möglichkeit ist dann noch, die Eltern mit einzubeziehen?
00:36:43: Wir haben einen Personalampel entwickelt, die signalisiert den Eltern wie gerade die Fachkraft Kindrelation aufgestellt ist.
00:36:57: Das hängt im Eingang und die Eltern können immer gucken.
00:37:00: in der Regel sind wir Also es geht von dunkelgrün, hellgrün gelb und so weiter.
00:37:06: Das sind wir immer bei dem zweiten grünen also beim ersten grün meistens gar nicht oder bei gelb.
00:37:13: Und wenn die Ampel orange wird dann
00:37:17: fragen
00:37:17: wir Eltern.
00:37:18: Die Eltern das System ist eingeführt bedeutet bei Aufnahme wissen die Eltern das man hat das kommuniziert.
00:37:28: Dann heißt diese orangene Farbe Achtung Fachkraft-Kind-Relation ist jetzt nicht mehr im Gleichgewicht.
00:37:36: Wer kann unterstützen?
00:37:38: Und Unterstützung kann so aussehen, ich hole mein Kind früher ab Ich lass es vielleicht zu Hause oder Nachbarn untereinander sprechen sich abkommen, ich nehm dein kind geh du arbeiten Oder Oma ist vielleicht Zuhause kann betreuen oder Homeoffice oder sonst was.
00:37:56: und dann haben wir mit den Eltern auch dann entwickelt dass diese Personalampel online verschickt wird.
00:38:04: Weil wenn ich noch gar nicht in die Kita gegangen bin, kann ich ja viel besser auf diese Notsituation reagieren.
00:38:13: Ja, und dann muss ich mir nicht den Stress machen.
00:38:16: Und ich glaube das ist für viele Eltern auch so schwierig.
00:38:19: Die kommen
00:38:20: die sind gestresst die müssen auf die Arbeit die kommen in die Kita Dann hängt da wieder ein zettelchen heute not Personalnotstand Heute nur so und so und dann sind sie total gestreszt ja Sie können gar nicht mehr reagieren.
00:38:35: kann Ich helfen kann ich nicht helfen.
00:38:37: deswegen ist so wichtig dass das im vorfeld stattfindet und das hat eigentlich immer ganz gut geklappt.
00:38:43: Und das heißt, du verschickst es dann als Leitung oder hab ich als Eltern die Möglichkeit mir das irgendwo online anzugucken?
00:38:50: Genau.
00:38:51: Also wir machen ... Wir haben einen normalen Newsletter, E-Mailverteiler und dann steht oben im Betreff.
00:38:58: Achtung!
00:38:59: Personalampel Orange.
00:39:01: Dann schreibe ich heute fehlen fünf Köpfe.
00:39:03: Wer kann helfen?
00:39:04: Die Eltern kennen das schon.
00:39:06: Und dann kommen wenn nur fünf, sechs sagen... Ich lasse mein Kind zu Hause.
00:39:11: Ist oft schon die Fachkraft-Kind-Relation wieder im Einklang.
00:39:15: Ich muss dann immer die Zahlen nehmen vom Vortag, ja?
00:39:20: Also ich gucke immer wie viele Zahlen hatte ich am Tag davor und das sind ungefähr realistische Zahlen, wie es heute aussieht.
00:39:29: und wenn dann fünf, sechs, zehn Eltern nicht kommen weil sie keine Not haben ist das Wichtige.
00:39:38: Sie haben keinen Not, sie können helfen und die anderen, die nicht helfen können kommen nicht in Not Ja?
00:39:46: Und das gehört zu einer resilienten Planung mit dazu.
00:39:50: Aber ich möchte noch dazusagen Das kann ich bitte nur sehr Bedachteinsätzen, weil wenn ich jeden Tag diese Ampel einsetze.
00:40:03: Funktioniert das nicht?
00:40:05: Erstmal muss sich vor der eigenen Türe gucken.
00:40:08: Ja es kann ich tun.
00:40:10: Umbesetzung Pausen verschieben ja vielleicht man Dienst tauschen Das ist wichtig.
00:40:18: und wie ist es denn also bleiben wir mal bei diesem zweiten Fall dass spontan jemand krank wird.
00:40:25: Gehört es zu dieser resilienten Dienstplanung dazu, dass das Team das auch selber schon mit im Blick hat?
00:40:31: Oder ist das tatsächlich was, wobei der Leitungskraft siehst diese Planung.
00:40:35: Weil häufig ...
00:40:36: Ja!
00:40:37: Ich würde sagen Nein, das ist Aufgabe der Leitungen.
00:40:40: Okay.
00:40:41: Weil wir haben's bei uns so gemacht entweder war ich im Frühdienst oder meine Stellvertretung Sollten wir beide zusammen krank sein, konnten unsere Mitarbeiter mittlerweile nach so vielen Jahren – wie haben ja das System jahrelang so geführt.
00:41:01: Die wussten nachher auch selber wo sie gucken müssten und sollten.
00:41:05: dann beide Krankheiten, beide Führungskräfte wussten die sich zu helfen und sie wussten wie es geht.
00:41:10: aber wenn Personalmangel ist, dann müssen ja die Kolleginnen sich um die Kinder kümmern.
00:41:18: Das heißt, die da sind muss relativ schnell klar sein.
00:41:22: Kann ich meine Verfügung nehmen?
00:41:23: Ja oder nein?
00:41:25: Und wir haben es so abgesprochen.
00:41:27: Die Leitung Montagmorgen das erste was sich gemacht habe Jacke ausziehen Schuhe ausziehen PC hochfahren Dienstplan aufmachen und dann wenn keiner sich krank meldet wird der Plan für den Tag einfach ausgedruckt.
00:41:42: und Wenn sich jemand krankmeldet war Ich in der Lage zehn Minuten, das so umzuplanen.
00:41:48: Keine Überstunden Betrieb läuft und dann wurde nur der Plan für den Tag ausgegangen.
00:41:55: Und die Kollegen wussten schon, die kamen morgens zur Tür entweder im Frühdienst oder auch wenn sie später kamen.
00:42:02: erste Blick gibt es einen Plan ja oder nein?
00:42:05: Ja und dann wussten die schon direkt aha bei mir hat sich was verändert in dem Arbeitsbereich oder nicht.
00:42:12: Und wenn es dazu kommt dass ich oder wenn es dazu gekommen ist, das jemand Überstunden machen musste.
00:42:19: Habe ich geguckt wer braucht um diese Zeit jetzt abzudecken die wenigsten über Stunden?
00:42:27: Ja weil er sowieso von der Arbeitszeit relativ nah da dran kommt und den habe ich dann als erstes angesprochen ja und wenn der nicht konnte dann natürlich jemand anderes.
00:42:40: ja
00:42:42: genau und das ist halt Meines Erachtens auch eine ganz wichtige Sache, dass wir hier nicht immer wieder in die Überstundenfalle reintappen.
00:42:54: Ja das hat es ja vorhin schon erläutert warum das total richtig unsinnvoll ist wenn jetzt heute jemand zugehört hat oder auch zugeschaut hat und sagt Mensch, das finde ich eigentlich spannend.
00:43:07: Also unsere Dienstpläne könnten auch noch viel, viel resilienter werden.
00:43:11: Hast du vielleicht so ein, zwei, drei konkrete Tipps für Kita-Leitung?
00:43:15: Was wäre denn so?
00:43:15: das Erste was man sich anschauen könnte?
00:43:19: Ja also der erste Tipp wäre für mich bin ich überhaupt mal in sich rein zu hoschen, bin ich bereit Veränderungen zuzulassen.
00:43:31: Veränderung verlangen nicht nur neue Rahmenbedingungen Sondern sie verlangen auch den Mut, sich selbst und eigene Gewohnheiten zu hinterfragen.
00:43:43: Das wäre das eine!
00:43:45: Und dann diesen Prozess in Gang bringen mit einem... also gut durchdacht mit einem Konzept.
00:43:51: Da würde ich empfehlen, sich Hilfe zu holen, sich da noch mal vorzubilden weil ganz ehrlich, dass haben wir in unseren Ausbildungen nicht gelernt.
00:44:02: Dienstplangestaltung ist etwas ganz Stiefkindliches.
00:44:06: Jeder muss es tun, aber keiner weiß im Grunde genommen so richtig wie mache ich das denn?
00:44:11: Und auch die Mitarbeiterzufriedenheit zu behalten.
00:44:16: Der zweite Tipp wäre Plane frühzeitig und vor allen Dingen gemeinsam mit dem Team.
00:44:23: Das bedeutet Ich muss alle Bedürfnisse berücksichtigen, erfragen.
00:44:29: Das bedeutet nicht dass jeder seine Wunscharbeitszeit bekommt.
00:44:35: Aber wichtig ist Mitarbeiterinteresse ist auch wichtig aber im Zweifelsfall gilt immer die Betriebsinteresse vor den Mitarbeiterinteressen.
00:44:49: Aber hier heißt es offen zu kommunizieren regelmäßig reflektieren und gemeinsam nach Lösungen zu suchen, wenn etwas nicht funktioniert.
00:45:00: Weil ich sage immer Jammer nützt nichts!
00:45:03: Wir können noch so jammern.
00:45:04: Unser Personalschlüssel wird sich in den nächsten zehn Jahren, zwanzig Jahren nicht verändern.
00:45:10: Da tut sich nichts mehr.
00:45:12: Und der dritte Tipp, den ich hätte, plane immer Prova und verfügungszeiten ein.
00:45:18: Auch in stressigen Zeiten gerade in stressigeren Zeiten Weil das gehört zu unserem Auftrag dazu.
00:45:26: Wir haben ein Bildungsauftrag, wir brauchen diese Zeiten und sie nützen natürlich auch um nicht in diese Überstunden Falle reinzutappen.
00:45:39: Ja
00:45:39: also durch eine gut durchdachte Dienstplaggestaltung werden Ausfälle nicht automatisch zu einem Notfall weil Personalausfall hat System Und deshalb ist Personalausfall auch planbar.
00:45:56: Also präventiven Maßnahmen sind wichtig, ja?
00:46:02: Ja und dann brauchen wir natürlich Qualitätskriterien die uns zeigen aha hier habe ich einen guten Plan.
00:46:11: Ja also Ich sehe schon Wir könnten da noch Stunden lang viel tiefer reingehen und tatsächlich dass ich tatsächlich, also ich hab nebenbei immer ganz viel überlegt okay wie war denn das in den alten Einrichtungen wo ich gearbeitet habe oder auch in der der ich geleitet habe.
00:46:27: War das da resilienten?
00:46:29: Oder war es eher so?
00:46:29: naja ja was du halt meist nicht macht das halt so wie ich das von meiner Kollegin übernommen habe.
00:46:34: also insofern vielen vielen dank für diesen ersten Einblick sage ich mal in diese diente Dienstplanung und auch für die drei konkreten Tipps.
00:46:44: Ja, und ich könnte mir vorstellen, dass da die eine oder andere Idee bei den Zuhörerinnen und Zuhöhrern schon gekommen ist.
00:46:50: Und ja vielleicht sehen Sie dich ja noch im einen oder anderen Seminar
00:46:54: zu
00:46:54: eben der Dienstplanungen.
00:46:56: Vielen vielen Dank.
00:46:57: dir, Henrike!
00:46:58: Ich
00:46:58: danke euch das sich zu diesem tollen Thema ein bisschen was erzählen durfte freue mich drüber und freue mich vor allen Dingen wenn alle Ihre Gedanken neusortieren und auch aus dieser Belastung rauskommen, weil es ist so ein wundervoller Job.
00:47:15: Kann ich nicht oft genug sagen?
00:47:16: So'n toller Beruf!
00:47:18: Und das ist so schade, dass keiner mehr macht.
00:47:21: Da müssen wir Grund an der Wurzel anfangen und wir müssen verändern.
00:47:26: Dann geht's uns wieder ein.
00:47:29: Bei deinem ersten Tipp wieder Veränderungen zum Lassen.
00:47:33: Vielen vielen Dank.
00:47:34: Sehr gerne Wenn du in der heutigen Folge neue Impulse für deinen Arbeitsalltag sammeln konntest, dann lass dir jetzt dein neues Wissen von der PDECO-Akademie bescheinigen.
00:47:45: Besuche dafür die online Lernwelt der Akademie unter lernwelt.pdco minus akademie.de.
00:47:52: Nach einer kurzen Lernerfolgskontrolle erhältst Du eine Kompetenzbescheinigung für das heutige Thema.
00:47:57: Unser Tipp?
00:47:59: In der Lernwelt kannst Du jederzeit und völlig flexibel noch mehr pädagogische Themen entdecken.
00:48:04: melde dich jetzt an und erhalte Zugriff auf über fünfzig Videokurse- und Lernartikel von erfahrenen Expertinnen.
00:48:12: Wusstest du schon?
00:48:13: Dieser Podcast wird in regelmäßigen Abständen auch live aufgezeichnet!
00:48:17: Du hast die Möglichkeit online dabei zu sein, die Expertinnen persönlich kennenzulernen und dich direkt am Austausch zu beteiligen.
00:48:25: Die Termine und Infos findest du auf der Homepage der PDQ Akademie unter dem Suchbegriff Masterclass.
00:48:32: Alle Links findest du natürlich auch in den Show-Notes.
00:48:35: Mach's gut und bis bald in deiner Lernwelt.
00:48:38: oder zu einer neuen Folge von Weiterwachsen als Kitafachkraft!
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