#37 Vielfalt leben, Vorurteile verstehen - Gemeinsam für einen bunten Kita-Alltag

Shownotes

In dieser Folge geht es um Vielfalt in der Kita, um Vorurteile im pädagogischen Alltag und um die Frage, wie Fachkräfte Kindern echte Teilhabe ermöglichen können. Im Mittelpunkt steht der Anti-Bias-Ansatz, der deutlich macht, dass vorurteilsbewusstes Arbeiten zuerst bei der eigenen Haltung beginnt. Die Folge zeigt, wie Kinder durch Gespräche über Fairness, Kinderrechte und konkrete Alltagssituationen gestärkt werden können. Außerdem wird deutlich, dass Vielfalt nicht nur bei einzelnen Projekten sichtbar sein sollte, sondern dauerhaft in Materialien, Büchern, Familienbildern und im gesamten Kita-Alltag präsent sein muss. Auch die Zusammenarbeit mit Eltern wird als wichtiger Teil dieses Prozesses thematisiert.

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Seminar: Pädagogische Arbeit in der Migrationsgesellschaft interkulturell bewusst gestalten

Weiterbildungsreihe: Fachkraft für interkulturelle Arbeit und Diversität

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00:00:00: Heute begrüße ich Katharina Barbusch.

00:00:04: Katharina ist Pädagogin und begleitet angehende Erzieherinnen in ihrer Ausbildung, aber auch als Fortbildnerin unterwegs für Team-Tage, für Fortbildungen, für Veränderungsprozesse in Kitas und in der Schulbetreuung.

00:00:23: Und was ich ganz spannend finde, ist dass Katharina auch einen Magister hat in Englisch und Deutsch.

00:00:31: Ich hatte mich gerade überlegt.

00:00:32: vielleicht hat das ein bisschen dazu geführt, dass du dich mit dem Thema auseinandergesetzt hast heute.

00:00:37: Unser Thema ist ja Vielfalt Leben vor Urteile verstehen weiterwachsen als Kita Fachkraft Der Podcast für Fachkräfte und Leitungskräfte in der Kita.

00:00:51: Wir nehmen dich mit, in die pädagogische Praxis und sprechen mit Expertinnen deutschlandweit über Themen, die deine Kita-Welt bewegen!

00:00:59: Wir?

00:00:59: Das sind Lea Wedewart und Daniela Koch – wir freuen uns, dass du mit dabei bist.

00:01:04: Dieser Podcast wird präsentiert von der Pedicoakademie.

00:01:13: Katharina, Du hast gesagt, Du arbeitest mit dem Antibiasansatz vielleicht... Magst du gleich mal einsteigen und uns erst mal erklären, was ist denn das eigentlich?

00:01:24: Ja ganz genau.

00:01:25: Herzlichen Dank!

00:01:27: Der Antibiasansatz, das hört man schon an dem englischen Klang des Namens kommt tatsächlich aus den USA und ist eine Fortentwicklung eines Ansatzes, eines Antirassismusansatzes der ursprünglich mal in Südafrika etabliert wurde.

00:01:49: Und dann in den USA übernommen oder weiterentwickelt wurde und auch schon seit mittlerweile über zwanzig Jahren tatsächlich in Europa bekannt ist und auch in der pädagogischen Welt umgesetzt wird.

00:02:07: Die Idee dieses Antibiasansatzes ist also, dass wir davon ausgehen wie Leben in einer Gesellschaft.

00:02:16: In einer Welt, wo unser Denken und unser Verhalten doch sehr

00:02:23: von

00:02:23: Vorurteilen bestimmt ist.

00:02:26: Erst mal so eine Annahme, so ne Aussage die ihr schon irgendwie gar nicht einfach zu verknuspern.

00:02:36: Und da fühlen wir uns doch also sehr viel, so gerade im pädagogischen Setting für doch sehr aufgeklärt.

00:02:44: Aber das ist eigentlich etwas, wogegen sich kaum jemand wehren kann und deshalb ist es entscheidend dass wir wenn wir im Sinne von Gleichberechtigung und antidiskriminatorisch arbeiten möchten dass wir also an der Stelle schon bereits ansetzen, dass wir alle bei uns gucken.

00:03:06: Also die Pädagogen gucken bei sich selbst.

00:03:10: kann das wohl sein?

00:03:10: Dass ich Fraueteile habe?

00:03:12: Kann es sein, dass das irgendwie in mir wirkt und dass das dann irgendwie in die Arbeit ausstrahlt?

00:03:18: Und das Ziel ist noch Teilhabe zu ermöglichen!

00:03:22: Das wissen wir nicht erst seit dem Teilhabegesetz, sondern Ja, ein Ziel das ist auch schon vor der Behindertenrechtskonvention natürlich gegeben hat.

00:03:37: Und wenn wir das möchten, wenn wir uns das als Ziel vorstellen ich möchte Kindern teilhaben ermöglichen dann muss ich wirklich alles dazu und bin in meiner Haltung und in meine Einstellung tatsächlich an dem Punkt wo ich das uneingeschränkt leisten kann.

00:03:58: Also das sind ein paar Grundgedanken zum Antibiasansatz.

00:04:02: Das hört sich jetzt alles sehr theoretisch an, also gerade was ich vorhin schon sagte diese Vorurteilsdebatte die geführt wird im Antibia-Satz setzt Voraus, dass wir tatsächlich also uns mal umschauen in unserer Welt und das wir gut zuhören.

00:04:27: Was wir ja alles so hören heutzutage immer mehr im Internet und in den Medien und auch auf der Straße und in öffentlichen Verkehrsmitteln?

00:04:38: Was wird denn da so geredet und was wird uns als Information präsentiert?

00:04:45: Und wir uns fragen, leben wir vielleicht Gesellschaft, in der es Vorurteile gibt.

00:04:52: In der vorurteilen auch weiter transportiert werden?

00:04:56: und dann sind wir vielleicht manchmal in der Position dass wir uns so gar nicht so wirklich darüber bewusst sind.

00:05:06: Also vielleicht Vorurteil verinnerlicht haben und die dann auch weiter geben.

00:05:12: also das sind welche Witze vielleicht so über Frauenfußball?

00:05:19: Ja, ja.

00:05:20: Das sind solche Dinge und vieles was unter dem Schlagwort auch... Ach komm jetzt stelle ich nicht an das war da ein Witz.

00:05:32: Sei doch nicht so empfindlich.

00:05:35: Ist aber humorlos meine Güte!

00:05:38: und da also wirklich fragen müssen, sind wir hier jetzt so humorlos oder entlarven wir hier ein Vorurteil das immer weitergegeben wird.

00:05:51: Und sich scheidet und daher kommt als Witz und es wird aber immer weiter gegeben und wir müssen einfach bedenken dass unsere Kinder ob jetzt in unseren Familien oder in der Außenwelt oder auch an unserem Arbeitsplatz in den Einrichtungen.

00:06:06: Die hören das ja auch, ne?

00:06:08: Und die hören auch die Witze.

00:06:11: Dass Pia nicht Fußball spielen kann und dass sie nicht so eine tolle Torfrau ist wie der Johannes zum Beispiel und deshalb darf die nicht spielen.

00:06:23: Ja!

00:06:24: Und so gewöhnen sich Kinder

00:06:26: schon...

00:06:29: Das ist jetzt nur ein Beispiel, aber in diesem Prozess gewöhnt sich schon daran Ungleichheit akzeptieren und dass sie halt keine Teilhabe erleben, weil Sie sie auch dann irgendwann gar nicht mehr aktiv ergreifen.

00:06:46: Ich kann das so nicht.

00:06:49: Also ich finde ja... Ja

00:06:51: genau!

00:06:53: Was ich jetzt ganz spannend finde also es gibt ja auch immer diesen Ansatz der Vorurteilsbewusstenerziehung.

00:07:03: Das heißt, das ist ja der gleiche Ansatz.

00:07:05: Es ist ein ähnliche Ansatz weil was du schon sagst wir haben ja alle irgendwie Vorurteile und sich dessen eben bewusst zu sein und wie drück ich die aus?

00:07:13: Also ist es das Gleiche nur unterschiedliche Wörter oder gibt's dann leicht einen Unterschied?

00:07:18: Ja das geht schon in die so.

00:07:20: dass geht schon genau in diese Richtung als bewusste Erziehung.

00:07:25: wenn Ich für mich klar habe dass es Ungleichgewichte geben kann in dieser Gesellschaft die bei mir sich irgendwo widerspiegeln, in meiner Arbeit widerspiegeln.

00:07:36: Dann würde ich jetzt einen weiteren Schritt halt gehen wollen – in der Arbeit nämlich indem ich also darauf aufmerksam mache!

00:07:45: Das ist so ein erster Schritt im Antibias.

00:07:49: Also erstmal arbeite ich an meiner eigenen Haltung Und dann, wenn ich jetzt... Also wir beziehen es ja heute Abend auf die Kita.

00:07:57: Dass wir dort halt den Kindern schon vermitteln du hast aber Rechte!

00:08:03: Du hast das Recht teilzunehmen an allem voran du teilnehmen möchtest und niemand darf dir das verwirren.

00:08:12: Und eh von Stärkung und Empowerment den Kindern setzt ihr sehr früh ein.

00:08:21: Wir reden sehr früh über Kinderrechte, das sprechen über Kinder Rechte ist eine sehr empauernde Auseinandersetzung also dass Kinder alle Kinder erfahren ja es gibt Gesetze, die sozusagen darauf achten das es mir gut geht und dass ich das darf.

00:08:49: Und niemand darf mir das wegnehmen.

00:08:52: Also die Idee von Kinderrechten wird im Antibias sehr intensiv auch mit jungen Kindern schon mit den kleinen also sehr intensif diskutiert.

00:09:04: um sie zu bemächtigen muss sein zu arbeiten.

00:09:09: Das ist immer so.

00:09:10: der erste Punkt und dann kommt jetzt, glaube ich, komme ich auf deine Frage genauer und zwar Der nächste Schritt wäre im Antibias immer hingucken Nicht als wenn nix wäre Hingucken.

00:09:26: eine frage die wir ganz häufig den Kindern stellen isst Findest du das fair?

00:09:33: Guck mal was hier passiert.

00:09:36: Findest du das fair?

00:09:39: Und dann höre ich also ganz häufig in der Kita so Sachen bei Bilderbuchbetrachtungen zum Beispiel.

00:09:46: Das ist überhaupt nicht fair.

00:09:49: Jeder darf das machen, was er am liebsten mag oder anziehen und wenn der Johannes in meinem Bilderbuch jetzt hier das Prinzessin-Kleid anziehen will, dann darf der das, das darf dem keiner wegnehmen.

00:10:04: Also dieses Hingucken?

00:10:07: Ist das okay, dass du siehst?

00:10:13: Genau, und das wäre halt dann im Genergarten zum Beispiel auf der einen Seite durch Bilderbuchbetrachtung.

00:10:20: Aber auch die Erzähren sollte aufmerksam sein was geschieht.

00:10:28: Was geschieht in einer Kindergruppe?

00:10:31: Und wird ausgegrenzt!

00:10:34: Wird über jemanden gelacht weil er so aussieht oder die Sonder dass nicht kann Meine Sprache noch nicht spricht.

00:10:43: Oder was auch immer es so gibt an Dingen, die ein Kind anders machen in der Wahrnehmung und dass wir das dann ansprechen also dieses hingucken.

00:10:57: So jetzt habt ihr ja alle gelacht über den Johannes weil der noch nicht so gut dies oder das so ne?

00:11:04: Der kleckert.

00:11:07: Warum lachen wir denn über den?

00:11:08: Ist das denn schlimm, wie können wir das denn verändern?

00:11:11: Können wir dem denn helfen?

00:11:13: Also so in das Gespräch über das andere.

00:11:18: Genau.

00:11:18: Das finde ich gerade extrem, weil ich dich einmal unterbrechen darf das finde ich grade extrem spannend.

00:11:22: Ich hatte jetzt bei Vorurteilen also ich sag mal so an die Klassiker ne du hattest schon junges Mädchen gesagt Bestimmt auch keine Ahnung.

00:11:29: wo kommt eine Familie her?

00:11:31: könnte ich mir vorstellen dass das ja auch immer wieder Zuweisung und vorurteile mit sich bringt oder keine ahnung gibt es vielleicht irgendwie Keine Ahnung bringt das Kind in der ADS Diagnostik oder sowas mit.

00:11:41: aber das heißt auch dieses, also ein Kind.

00:11:45: Du hattest ja so schön gesagt es ist anders hat irgendwie ist irgendwie anders und basierend da drauf die Vorurteile weil jetzt zum Beispiel kann noch nicht so gut essen das wäre in meiner Welt tatsächlich gar nicht... Also Klaas ist ein Vorurteil, kann das noch nicht?

00:12:02: Ist noch klein aufgrund einer Sache die er macht.

00:12:04: aber das finde ich gerade total spannend weil das war bei mir gar nicht so mit Bayes, also mit Vorurtheil da irgendwie verknüpft

00:12:12: Genau, aber es dient zur Ausgrenzung.

00:12:16: Dann komme ich wieder zu meinem Ziel.

00:12:19: Mein Ziel ist die Teilhabe und wirkliche Inklusion Wohngedacht in so einem erweiterten Inklusionsgedanken und ich will nicht ausgrenzen.

00:12:33: Und deshalb könnten also auch Dinge, die halt das Kind nicht kann dienen der Ausgrenzung.

00:12:41: zum Beispiel.

00:12:42: ein ganz häufiges Beispiel ist ja zum Beispiel wenn ein Kind vielleicht mehr Gewicht hat Und jetzt so im Sportlichen, in der Aktivität draußen.

00:12:53: Vielleicht nicht so erfolgreich ist, so gut es im Klettern, im Laufen immer letzter und ... Es ist ja heutzutage so das Kinderärzte auch sagen, dass ein zu viel Angewicht bringt nicht nur den Nachteil mit, den das üblicherweise gesundheitlich mitbringt, sondern es bringt auch ... Sozoemotional ist Nachteil mit sich, nämlich dahingehend dass Kinder ausgegrenzt werden.

00:13:24: Dinge alles was anders ist wird von Kindern wahrgenommen und kann da zu dienen Kinder auszugrenzen.

00:13:35: Deshalb weiß ich, dass wir darauf hin.

00:13:37: Ist dann halt so im Kita-Alter häufig eine Reaktion auch von ... Ach ja?

00:13:43: Die meinen das nicht böse!

00:13:46: Ach komm, Junge, es ist nicht so schlimm, jetzt musst du mal ... Also nee, dass wirst du also nicht runterspielen und dabei belassen, sondern wir wollen die Gruppe stärken.

00:13:59: in einzelnen und wir stärken unsere Gruppe.

00:14:02: Und wir versuchen, jeden mitzunehmen und jedes Kind teilhaben zu lassen und jedes kind als wertvollen, als vielfältigen Teil der einen tollen Beitrag zur Gruppe leistet, wertzuschätzen.

00:14:27: Inklusion im Sinne eines erweiterten Inklusionsbegriffs.

00:14:32: Wir möchten, dass Vielfalt das anders sein, egal in welcher Art und Richtung als wertvoll betrachtet wird.

00:14:42: Und dann ist dann vielleicht der Michel ... Der ist immer

00:14:47: so langsam

00:14:48: im Laufen und so.

00:14:49: Ja, dann ist er langsam im Laufe meiner Güte da.

00:14:52: Dafür kann der Ball werfen, der schießt alle Dosen von der Mauer.

00:14:57: Und dann ist das gut und das ist ein toller Beitrag den er zu unserer Gruppe gibt.

00:15:03: Das heißt wir haben ja eine sehr erweiterte Vorstellung von Inklusion Genau.

00:15:11: Und es ist glaube ich auch echt nochmal wichtig, dass du das noch mal so deutlich sagst weil wie gesagt also bei Vorurteilen habe ich erstmal so an diese klassischen gedacht und denke jetzt aber auch gerade wahrscheinlich oder du hattest schon bei uns im Vorgespräch gesagt bevor ich überhaupt erst einmal in die Arbeit mit den Kindern gehen kann muss ja wahrscheinlich beim Team und bei den Fachkräften erstmal ganz viel passieren

00:15:33: Genau.

00:15:34: Danke, dass du da!

00:15:35: Also jetzt noch mal uns zurückführst in den Gespräch?

00:15:39: Genau absolut also wie mit allen Haltungen oder mit allen Themen die wir gerne umsetzen möchten.

00:15:49: in unserer pädagogischen Arbeit ist ja schlussendlich alles eine Frage der Haltung.

00:15:58: Will ich das wirklich?

00:15:59: Also es ist egal, ob's jetzt um Inklusion geht.

00:16:02: Um Partizipationen geht.

00:16:06: also was auch immer wir an Auftrag ja haben und was unsere Arbeit in der Kita hier ist Ist es ja zunächst einmal, dass wir eine Grundvoraussetzung schaffen müssen in unserer Haltung zu diesen Themen?

00:16:25: Also so ein bisschen Inklusion geht nicht.

00:16:28: Hilft keinen!

00:16:28: Das ist gar nichts und ein bisschen vorurteilsbewusst ist auch schwierig bringt dich auch nicht weit.

00:16:38: Eine Querschnittsaufgabe, das heißt also wir sind dazu aufgefordert per Gesetz dafür zu sorgen in unserer Arbeit dass es so gut wie möglich umgesetzt wird und Antibias ist ein sehr aktiver Beitrag dazu Inklusion umzusetzen.

00:16:58: Also wenn dass Patroux nicht nachvollziehen kann.

00:17:02: Wenn ich so überhaupt nicht sehe, wo hier die Diskussion ist oder ich tue nur so und aber eigentlich setze ich das nicht um, dann ist das nicht notwendig.

00:17:14: Und Vorurteile zu haben ist nichts, wofür ich mich... Naja, alles kommt darauf an.

00:17:20: Ich wollte gerade sagen nichts, worauf ich mich schämen muss!

00:17:22: Aber ich glaube wir haben alle irgendwie... wenn wir wirklich in uns gehen.

00:17:29: Entscheidend ist hier, dass ich anerkenne, dass das so ist und dass ich daran arbeite, dass sich die überprüfe.

00:17:39: In dem Moment, wo mich meine Vorurteile in meinen Handlungen steuern und daraus also Handlungsweisungen werden, da wird es ... Ja?

00:17:55: Also ich habe ein Vorurteil Weil das ist in meiner Region so tradiert oder dass es in meiner Familie so tradtiert.

00:18:05: Oder in unserer Gesellschaft, ich kann ja ein persönliches Vorurteil haben.

00:18:10: Ich kann also erleben wie eine gesellschaftssystemische Vorurteile voran.

00:18:16: Also Das aber das zu sehen und dass nicht zu überprüfen, stimmt.

00:18:24: Ist das richtig so?

00:18:25: Und ist das zielführend?

00:18:27: bringt mich das zu einer inklusiveren Welt, zu einer besseren Welt in der ich in Richtung Ausschlussdiskriminierung Vorurteilt und dann schlussendlich also auch die ganz bösen Wörter, Rassismus.

00:18:51: Und alles was so mit dazugehört.

00:18:54: Also Misogyny und ja schon du weißt was ich meine.

00:18:59: Ist meine Haltung eine, die dazu beiträgt dass wir diese Probleme anfassen?

00:19:07: Das heißt... Also wenn du dann mit Fachkräften arbeitest, was sind denn so die ersten Schritte?

00:19:14: Um in das Thema einzusteigen.

00:19:16: Wie gesagt, du beginnst ja erst mal mit Erhaltung und hast dir gesagt, womit müsste ich mich jetzt auseinandersetzen?

00:19:22: Wenn du sagst an jeder, du musst dich damit beschäftigen, was wäre das erste, was du mir riechst?

00:19:28: Ganz genau, ich würde also oder häufig haben wir so oder benutze ich zum Einstieg eine Übung wo ich mal solche Fragen stelle wie vorurteils behaftetes Verhalten oder Vorurteile.

00:19:42: Ich habe keine Vorurteil als Statement.

00:19:45: Stimmst du dem zu ja oder nein?

00:19:49: Vorurteile passieren bei mir nicht.

00:19:51: Ja, oder dass sie dann einfach mal so gemeinsam untersuchen.

00:19:56: ich gebe ein paar Beispiele.

00:19:58: wo verstecken sich denn überall vorurteilen?

00:20:01: Also ich gehe irgendwie weiß ich nicht abends vom Restaurant zu meinem Auto das ich geparkt habe um nach Hause zu fahren und auf der Ecke stehen.

00:20:12: also stehen drei Männer beieinander.

00:20:15: so jetzt als Frau ja schnappe ich mir sofort mein Schlüssel und bin ich sofort hoch alarmiert, tue ich so etwas.

00:20:23: Ist das schon ein Vorurteil?

00:20:25: Weil ich erwarte es gibt Ärger weil da Menschen stehen die so und so aussehen Und mir irgendwas wollen.

00:20:33: ist das schon einen Vorurteil?

00:20:35: oder wo verstecken sich vor Urteile?

00:20:38: überall auch in der Sprache?

00:20:40: ja also der achtsame Umgang mit Sprache zum Beispiel Menschen das schwerfällt.

00:20:48: Und es kommen dann wirklich häufig, wenn ich da so Fragen stelle wie hattest du mal eine Situation?

00:20:55: Wenn du jetzt zurück denkst wo du denkst, da hast du so aus einem Vorurteil gehandelt oder du hast einen menschen diskriminiert Da kommen auf einmal sagen hafte Beispiele raus.

00:21:06: also wo man dann gesagt hat ja da war sich damals diese kollegin vorgestellt und aus dem und dem Grund fand dich die nicht so und da habe ich dagegen gestimmt.

00:21:18: Und eigentlich habe ich im Nachhinein gedacht, das war auch ein Vorurteil von mir.

00:21:22: Also das respektiert sich in so vielen kleinen Dingen und ich glaube dass es im Wesentlichen eine so eine Bewusstseinsübung ist.

00:21:31: weißt du?

00:21:31: Dass man halt immer so ein bisschen... also nicht immer.

00:21:36: Man muss schon sehr auf sich selber achten wie man so denkt und wie man handelt.

00:21:43: Das ist ein Prozess!

00:21:45: Antibene ist sowieso kein Ansatz, der die Lösung gibt.

00:21:53: Das ist etwas, das sagt.

00:21:55: Es ist ein großer langer Prozess.

00:21:57: wir sind prozessorientiert und Wir können nur hoffen dass also das konstante Aufmerksam machen Und darauf hinweisen und darüber reden dann dazu führt Dass Dinge sich zum besseren wenden weil nichts tun immer zum Schlechteren führt.

00:22:19: Ja, okay.

00:22:20: Also das heißt als Fachkraft ... Ich muss mich erst mal mit mir selber beschäftigen.

00:22:24: was für Vorurteile habe ich?

00:22:26: Was für versteckte VorurTeile auch die, was du schon sagst ja aus ganz unterschiedlichen Bereichen kommen können.

00:22:33: also erstmal eine Haltungsarbeit und dann nehme ich das mit in die Arbeit mit den Kindern und ich höre da jetzt schon so raus.

00:22:40: Wir werden es wahrscheinlich nicht ganz vorurteilen.

00:22:42: Das Ziel ist gar nicht alle Vorurteilungen auszuklammern, sondern sich erst mal bewusst zu sein.

00:22:48: Ah okay die gibt's überhaupt und Kinder sind da vielleicht auch ein bisschen ehrlicher als wir mit dem.

00:22:53: das ist aber unfair.

00:22:54: also ich erwachsene können sich das ja vielleicht tendenziell noch ein bisschen sag mal schön reden.

00:22:59: Das heißt also ich habe mich jetzt damit auseinandergesetzt hab festgestellt ok wo sind so meine Schwachpunkte?

00:23:06: oder wo sind die Bereiche wo ich besonders vielleicht prädestiniert bin für Vorurteile?

00:23:13: Wie gehe ich dann weiter in der Arbeit mit den Kindern?

00:23:17: Ja, genau.

00:23:18: Also es ist... ich möchte so eine Sache noch so da reinschieben weil du gesagt hast Kinder sind da ja aufmerksamer.

00:23:28: also es gibt tatsächlich so ein ganz erschreckende Untersuchung und aus dem englischsprachigen Bereich aus Australien wo man festgestellt hat dass Kinder schon in einem sehr jungen Alter unsere Standards übernommen haben natürlich leben.

00:23:46: Das heißt also, dass Kinder schon mit um drei Jahre im Alter von um drei Jahren es und Differenzierungen vornehmen zwischen heller Haut, dunkler Haut.

00:24:00: Dass sie erleben ganz früh in Gesellschaften und bestimmt in englischsprachigen Gesellschaften noch früher als hier weil da der Anteil an den dunkelhäutigen Menschen größer ist.

00:24:13: Wir kennen vielleicht oder wer das noch nicht kennt, mein Tipp mal sich anzuschauen auf YouTube.

00:24:19: Da gibt es so einen kleinen Film, dass sein Experiment sehr bekannt ist, dass es auch in Europa durchgeführt worden mit sechsjährigen Kindern.

00:24:28: und das heißt a bad doll experiment.

00:24:32: Da werden Kinder zwei Puppen hingesetzt, eine weiße Puppe, ne schwarze Puppee, blaue Augen, braune Augen.

00:24:39: Und dann werden weiße und Kindern mit unterschiedlichen Hautfarben gefragt, welches ist denn die schöne Puppei?

00:24:46: Welche Puppe war denn heute wohl unartig?

00:24:52: Wer macht den immer am meisten Ärger und ich brauche da gar nichts darüber sagen, welche Puppen die Kinder gewählt haben.

00:24:58: Also das heißt... Ich möchte es nochmal so deutlich machen damit uns bewusst ist dass Kinder das ganz schnell übernommen haben.

00:25:07: Und wenn wir einen Sinn von Antibias in der Kita arbeiten möchten dann wäre tatsächlich so das nächste also das Hingucken Was wir gesagt haben, es gibt ja Gott sei Dank heute so tolle Bücher zu dem Thema.

00:25:24: Da ist eine Vielfalt da.

00:25:27: Vielleicht wirklich mal den Bestand durchgucken?

00:25:32: Welche Bücher habe ich denn da?

00:25:34: Und da gibt es tatsächlich mittlerweile Bücher, die also die Idee des Antibais umsetzt jetzt ohne Werbung zu machen.

00:25:42: Aber dann gibt es zum Beispiel Bücher so wo's um die Kinderrechte geht, wo die so erklärt werden dass das auch wirklich drei jährige gut sich mit anschauen können und dann solche Bücher wie Ja ist das fair?

00:26:00: Dann gibt es ein sehr schönes Bilderbuch, das

00:26:03: heißt

00:26:04: Sprich.

00:26:06: Also sagt wenn das nicht gut ist, wenn dass nicht fair ist Kinder zu ermunten und zu sagen Das ist nicht in Ordnung Wenn ein anderes Kind so und so behandelt wird nur weil So etwas also das heißt es Hinsehen wäre das nächste.

00:26:24: Und dann kommt tatsächlich das sogenannte Handeln anderen in der Kita ist also zunächst einmal wie das so im Gespräch, dass wir vielleicht mit den Kindern das thematisieren und sagen ja wenn das jetzt ungerecht ist.

00:26:39: Das also Johannes ausgeschimpft wird nur weil er am liebsten das immer das Prinzessinnenkleid anziehen möchte oder er darf das nicht oder sowas meint was können wir da machen?

00:26:51: Und die kommen ja auf tolle Lösungsansätze so machen könnte.

00:26:58: Und die erklärten da also wirklich ganz häufig auch die Welt, also in ganz wunderbarer Art und Weise das ist nicht in Ordnung.

00:27:06: Jeder gab Ansicht und jede Farbe ist für alle.

00:27:10: Da kommen wir ja mit sehr tollen Ideen.

00:27:14: Auch hier wieder hast du diesen Effekt dass sozusagen die kleineren, jüngeren nachwachsen.

00:27:24: wenn die Älteren sagen, jeder darf mit allem spielen und jede Farbe ist für alle.

00:27:30: Dass das so eine ja tatsächlich auch ein Erziehungseffekt dann hat.

00:27:35: Also das wären diese Grundpfeiler.

00:27:39: Die selbst Dirkung der Kinder, dass hinsehen und das ansprechen.

00:27:48: Wenn wir jetzt zu diesem Punkt ansprechen kommen, da ist auch die Elternarbeit sehr wichtig.

00:27:55: Weil dieses Ansprechen, das müssen oder sollten die Kinder natürlich gerne dann auch von anderen Erwachsenen erleben?

00:28:07: Also sie erlebte in einem Kind, dass ein Erwachsener im Außenbereich also Dinge anspricht.

00:28:17: Also du bist in der U-Bahn und da gibt es irgendwie ein blöder Witz gemacht über irgendwas.

00:28:26: Und Kinder sind dabei, bekommen das mit.

00:28:30: Niemand sagt etwas?

00:28:32: Was lernt das Kind denn in dem Moment?

00:28:35: Das Kind ist zuhört, lernt!

00:28:38: Wenn keiner dir erwachsen jetzt was sagt dann muss das wohl richtig sein.

00:28:44: Das Kind, das vielleicht diskriminiert wurde verbal oder über das ein Witz gemacht wurde hat gelernt.

00:28:53: Niemand sagt etwas.

00:28:55: Dann habe ich das wohl verdient, dass sich so behandelt wird.

00:28:58: Also dieses Ansprechen ist ein tatsächlich wesentliches Element.

00:29:02: Ich weiß es ist schwierig.

00:29:05: Das ist heutzutage auch vielleicht schwierig dann je nachdem was die Situation so ist.

00:29:11: Aber man muss mit den Kindern das halt wirklich dann spätestens zu Hause aufgreifen und das nochmal durchsprechen.

00:29:19: Und ja, dafür sind die Eltern wichtig, dass wir sie mit ins Boot holen und dass für ihn die Wichtigkeit dessen, dass Situation nach besprochen werden, dass wir ihnen das noch mal ganz deutlich machen.

00:29:35: Ja ich könnte mir auch vorstellen, dass die Kinder ja also wenn sie das aus der Kita oder aus der Schule nachher kennen, dass sie vielleicht dann ja auch ihren Eltern dann mal sagen oh Mensch!

00:29:45: Das war aber jetzt unfair oder das war aber nicht richtig.

00:29:48: was du gesagt hast und ich glaube da die Eltern vorher schon abzuholen macht wahrscheinlich ja auch Sinn, dass sich dann nicht... Dass die dann nicht völlig perplex sind um mit dem Kind nachher schimpfen hören weiß wieso?

00:29:57: Was soll denn das?

00:30:01: Viele Eltern berichten mir zum Beispiel, die erzählen dir dann meine Güte.

00:30:07: Ich habe so eine richtige Abfallpolizei bei mir im Haus.

00:30:10: Meine Kinder haben im Kindergarten jetzt gelernt wie Müll getrennt wird.

00:30:16: Das muss aber so und das machen wir nicht.

00:30:18: Und mach mal so und mach mal das Wasser aus wenn du zähne putzt.

00:30:22: Also das berichtet auch viele Eltern so schön übernehmen bestimmte Dinge und das in ihren Alltag einbauen.

00:30:30: Und ihnen die Familien tragen, was im Grunde etwas für einen toller Effekt ist wenn es dann so ist.

00:30:39: Und du hattest gesagt, eben auch Hinschauen im Kita-Alltag.

00:30:44: Was ich letztens in der Einrichtung war und die haben ihre ganzen Bücher einmal durchgeguckt.

00:30:49: Die hatten zum Beispiel ganz viele neue Bücher angeschafft wo z.B.

00:30:54: Hautfarbe oder Berufe von den Eltern gar kein Thema waren aber wo eben klar war hey einfach die Mutter mit Kopftuch ist Zahnärztin?

00:31:03: Oder das eine Kind hat zwei Pappers.

00:31:06: also ohne dass es das Thema war in dem Buch.

00:31:09: Aber das fand ich auch.

00:31:10: Da wurde mir auch noch mal bewusst, wie in Kinderbüchern mit diesen ganzen Vorurteilen und Klischees letztlich gearbeitet wird.

00:31:18: Das heißt, dass wir da am pädagogischen Alltag viele kleine Stellschrauben ja wahrscheinlich haben, wo wir einfach dran drehen können?

00:31:29: Absolut!

00:31:30: Also wenn ich so zurückdenke für einigen Jahren gab es kaum Bilderbücher, in denen die man mal einen Kopftuch getragen hat.

00:31:38: Und was bedeutet das für das Kind?

00:31:40: Für das Kind, dessen Mama anders aussieht.

00:31:43: Anders gekleinert nicht nur die Mutter aber halt die ganze Familie und alle anderen, die zu ihrem Umfeld gehören wenn sie anders aussehen!

00:31:52: Das taucht aber nirgendwo in der Kita auf wie sehr Kinder sich denn dort repräsentiert Wie sehr fühlen die sich zugehörig.

00:32:04: Also das heißt, wenn ich immer mehr nur Bilderbücher anschaue in denen also Kinder eine helle Hautfarbe haben und dann vielleicht blond-braune Haare noch so maximal.

00:32:13: Aber wo von der Kleidung her immer so klar ist Jo, dass es hier Mitteuropa, Nordeuropa... Das ist der Maßstab!

00:32:22: Und daran orientieren wir uns.

00:32:24: die Kinder haben kein Identifikations Moment mit ihrer Kita, mit dieser Gesellschaft und mit ihrem Leben.

00:32:33: Und deswegen ist mir das auch noch mal wichtig und dann komme ich nochmal auf die Eltern zurück, die ich gerne alle ins Boot hole hier dass wir die Vielfalt, die eine Kita ihr hat viel Sicht machen müssen.

00:32:50: es reicht halt nicht werde ich im Eingangsbereich viele Fähnchen aufhänge auch von unterschiedlichen Ländern oder so und dann denke ich, oh jetzt habe ich aber einen schönen multikulturellen Beitrag hier geleistet.

00:33:03: Das reicht nicht!

00:33:04: Wie repräsentiere ich denn die Musik der Kinder in meiner Geschichte?

00:33:11: Die Feste, die dort gefeiert werden, die besonderen Rieten mit bestimmten Festen einhergehen?

00:33:22: Also wo tauchen denn also die beiden Papas, die beiden Mamas auf?

00:33:29: hier in der Kita?

00:33:31: Ja und da empfehle ich immer eine Sache, die ich mit ganz vielen Einrichtungen hier umgesetzt habe.

00:33:40: Die ich richtig gut finde!

00:33:43: Wir alle kennen ja wahrscheinlich die sprechenden Wände aus der Radio-Pädagogik, dass wir also so Stellwände haben um Dinge zu dokumentieren.

00:33:54: Und dann habe ich dann mal so angeregt... Okay lass uns mal vorstellen!

00:33:58: Wir haben diese Stellwand hier mit so eine Pinnwand und jedes Kind kommt jetzt ein kleines Quadrat auf der Pinnwand.

00:34:06: Das darf es gestalten mit ihrer Familie, also mit Bildern.

00:34:13: Das ist das Haus von meiner Oma in der Türkei.

00:34:17: Ausgeliehen Bilder, die hängen dann da ein selbst gemaltes Bild von der Familie, von Festen eine Landkarte.

00:34:26: Es gibt ja mittlerweile solche tollen Geräte, dass man also Sachen aufsprechen kann und die kann man sich dazu anhören.

00:34:34: zu dieser Ausstellung Das ist ein typisches Geburtstagslied, das bei meinem Opa auf dem Geburtstag immer gesungen wird.

00:34:45: Und die Sprache, die ihr hier gerade hört, ist servisch so etwas.

00:34:50: Also dass sie wirklich immer repräsentiert sind und die Kinder halt sich einander die Familie erklären können und zeigen können was dort so passiert damit also dass andere nicht nur exotisch ist, sondern damit das andere wirklich als Bereicherung und als Vielfalt verstanden wird.

00:35:18: Einer der Gründe tatsächlich... Also das ist so eine ganz provokante Haltung die ich also immer gerne vortrage denn Antibias in USA etabliert hat.

00:35:32: Louise Dermann-Sparks, die hat irgendwann gesagt ich habe das alles umgestrickt und umgearbeitet dieses Programm Antibius weil alle anderen Programme dies in den USA schon gab, die fand ich zu touristisch.

00:35:51: Begriff finde ich so gut!

00:35:54: Touristische Programme soll heißen, ja dann habe ich vielleicht so einmal im Jahr mache ich ein schickes Sommerfest und dann freue ich mich dass die ganzen Mamas also kochen wie wild.

00:36:06: Und ich kriege die exotischsten Sachen zu essen und vielleicht auch ein bisschen Musik und Tänze und das ist sehr schön.

00:36:13: Das besuche ich weil ich bin jetzt Touristin in dieser Kultur.

00:36:18: Das Besuche Ich und ab Montag ist gespült und aufgeräumt Und dann geht alles wieder so, wie es vorher war.

00:36:28: Das kann nicht sein!

00:36:30: Da müssen wir von abrücken.

00:36:32: Wir wollen nicht dass sich Vielfalt in einer touristischen Haltung zeigt sondern warum können wir unseren Essensplan zum Beispiel nicht so gestalten?

00:36:47: immer ein unterschiedliches Land etwas dominier, also dann ja repräsentiert am Montag so am Dienstag.

00:36:55: Ich weiß

00:36:56: alle praktischen Einwände ich habe sie alle

00:36:59: gehört.

00:37:00: und auch hier wieder das ist es wieder die Frage der Haltung.

00:37:06: wenn ich eine Küchenkraft habe die ich mit ins Boot holen kann Und die dann wirklich sagt, ja ich finde das auch super toll.

00:37:15: Ich finde das absolut klasse und erfahrungsgemäß sind dann auch in Familien dann vielleicht kann man mal eine Unterstützung bekommen dass jemand kommt und ein serbisches Mittagessen kocht oder wie auch immer.

00:37:29: also auch hier wieder eine Frage der Haltung habe ich alle mitgenommen.

00:37:34: stehen wir alle dafür ein dass wird das gelingen lassen möchten

00:37:40: Dann glaube

00:37:41: ich, könnten wir so ein echtes Gegenpol setzen.

00:37:44: Einen echten Gegenpolsetzen zu diesem Tourismus-Gedanken und besuchen sie nicht nur!

00:37:54: Ja das ist total spannend während du das so erzählst also zum Beispiel mit dem Essen... Also wir kommen sofort auf Ideen.

00:38:00: Das ist aber, wir haben aber ein Katerer.

00:38:02: Wir haben gar keine Küchenkraft und der Katera macht immer nur... Also das exotische Skusskuss oder so all diese... Was sind denn so typische Widerstände?

00:38:12: Den du da begegnest und vielleicht magst du auch sagen wie?

00:38:15: Begegnest du den also?

00:38:16: wie kannst du das sagen?

00:38:17: ja gibt es aber

00:38:20: Ja genau!

00:38:23: Der größte Widerstand der sich äußert sich immer.

00:38:26: dann war das eine Menge Arbeit.

00:38:30: Ja, das ist eine Menge Arbeit.

00:38:32: Was soll ich jetzt dazu sagen?

00:38:34: Also ... Kinder sind toll machen, ne?

00:38:38: Ich weiß nicht was ich dazu sage!

00:38:39: Ja, bestimmte Sachen machen eine Arbeit.

00:38:43: Das heißt also wir müssen gucken können wir vielleicht etwas unstrukturieren, können wir etwas anders planen?

00:38:50: Können wir tatsächlich wenn die Eltern besser ins Boot holen können, können sie irgendwie Netzwerke schaffen?

00:38:57: es gibt so Also ich kenne es auf jeden Fall hier so aus meiner Stadt.

00:39:03: So viele Organisationen, die sich mit multikulturellen Themen befasten auseinandersetzen.

00:39:10: Es gibt also hier eine ganz tolle... Ich habe ja eine tolle kleine Institution in der sehr Frauen aus allen möglichen Ländern zusammenkommen und sehr dominiert von einer Gruppe afrikanischer Damen Die kochen unglaubliche Dinge und laden dazu ein, zu kommen und zu essen.

00:39:33: Und laden dann auch dazu ein die Sachen vielleicht mal anzubieten!

00:39:38: Und wenn es nicht jeden Tag klappt... Da stimmt diese Blödenkätera da kommst du dann manchmal auch nicht drum herum ne?

00:39:45: für ganz lange und da kommst du aus den Verträgen jetzt vielleicht nicht.

00:39:50: Aber das stimmt schon, aber kann ich vielleicht den Nachmittagssnack irgendwie anders gestalten oder?

00:39:59: Also der Hinweis darauf ist eine Menge mehr Arbeit und das kann ich nicht leisten.

00:40:04: Das ist tatsächlich so der häufigste Einwand, den ich hier so erlebe.

00:40:10: den noch so machen.

00:40:12: Das heißt, bevor ich begonnen habe zu schauen ob ich irgendwas organisatorisch verändern könnte und ob das vielleicht doch klappen könnte ist schon die Haltung davon ja toll.

00:40:25: in der Theorie alles ganz toll das kannst du hier alles ganz wunderbar erzählen.

00:40:28: aber wir kriegen das hier nicht praktisch umgesetzt und so dafür haben wir nicht die Zeit.

00:40:33: und dann isst das Thema vom Tisch jetzt oder was?

00:40:39: Also es ist nicht so.

00:40:39: Widerstand im Sinne von, dass jemand sagt... Das ist nicht wichtig oder das ist übertrieben.

00:40:46: Ich höre, das höre ich häufig dass manche sagen aber da ist ja jetzt ein bisschen überzogen oder?

00:40:52: Jetzt wie dieser ganze Gender Quartier dann muss ich jetzt so und diese Bücher und wird die Puppen-Ecke aufgelöst, jetzt wird die klassische Autoeckel aufgelösst... Spielzeug ganz anders, damit das funktionsfreie eingesetzt wird.

00:41:14: Also da geht es dann schon mal häufiger Debatten, weil da du die Notwendigkeit auch nicht eingesehen wirst.

00:41:22: Aber das haben wir immer so gemacht oder?

00:41:24: War das nicht gut,

00:41:25: war das nicht richtig?

00:41:26: Das sollte immer das Tutschlag sein, wo ich hellhörig werde und sage stopp Moment!

00:41:32: Genau, genau... immer hellhörig, wenn es entweder ist.

00:41:36: Das haben wir schon immer so gemacht oder das haben wir noch nie so gemacht.

00:41:40: Das hat uns aber auch nicht geschadet?

00:41:44: Auch!

00:41:44: Genau genau und da sind halt solche Sachen.

00:41:47: also ich finde in dem Zusammenhang also immer schön die Formulierung das ist so Ausdruck von geistiger Behäbigkeit einfach mal ja wir haben's immer so gemacht doch so verändert.

00:42:03: Wir kommen mit unseren Methoden von vor zwanzig Jahren im Umgang mit Kindern aus anderen Kulturen, kommen wir nicht mehr weiter.

00:42:12: die Welt ist beandert geworden und bitte wir müssen uns mit verändern und wir müssen darauf reagieren und neue Wege versuchen.

00:42:24: Also schön zu hören, wenn Dinge gemacht wurden und wenn es kleine Entwicklungen gegeben hat.

00:42:34: Es ist halt immer dran denken wir sind immer im Prozess.

00:42:37: Das ist immer ein Schritt nach dem nächsten Und manches klappt gut und dann freuen wir uns anderes klappt gar nicht.

00:42:45: Dann lassen wir das sein.

00:42:47: aber Wir müssen uns auf den Weg machen da etwas zu verändern.

00:42:54: Ja, mit diesen Sätzen das stimmt schon.

00:42:56: Kommen wir nicht mehr weiter?

00:42:57: Das haben wir nie so gemacht oder immer so gemacht.

00:43:02: Richtig!

00:43:03: Also das heißt ich fasse nochmal zusammen es geht darum eben zu schauen wo werden Kinder vielleicht benachteiligt?

00:43:12: Wo geht's Kindern schlecht aufgrund von eben Aussagen Vorurteilen die wir haben?

00:43:17: und dass kann wirklich ganz, ganz breit sein.

00:43:21: Und der Weg ist im Grunde, dass ich als Fachkraft erst mal gucke ... Was genau hab ich denn für Vorurteile?

00:43:27: Wo benutze ich vielleicht auch Sprache eben nicht inklusiv?

00:43:31: Wo ist dann die Teilhabe da vielleicht nicht möglich oder zumindest erschwert für die Kinder?

00:43:38: und um im nächsten Schritt zu gucken, wie es unsere Einrichtung gibt's da irgendwas was wir anpassen können und mit den Kindern in den Austausch zu gehen und mit den Kindern eben zu schauen.

00:43:49: Dann kommt der schwierige Part, dann versuche ich irgendwie noch die Eltern mit ins Boot zu holen.

00:43:55: aber das heißt wenn ich sage also der erste Ansatz ist bei mir und diesem Hinschauen und dem Austauschen mit den Kindern, dann ist es doch eigentlich was wo ich sagen kann okay fange ich morgen sofort an drauf drüber nachzudenken.

00:44:13: Genau,

00:44:14: finde ich auch.

00:44:15: Ab morgen früh würde ich jetzt allen zuhören.

00:44:18: Wir empfehlen ab morgen früh geht also das große Antibiasprogramm bei euch los und zwar indem ihr vielleicht erstmal sichtet in eurer Einrichtung wie sind die Kinder, die Familien meiner Einrichtungen hier repräsentiert?

00:44:34: Was kann ich tun um Dinge sichtbar zu machen?

00:44:37: Und was kann ich ansprechen?

00:44:39: Wie wäre das denn wenn wir vielleicht mal einfahren Familienprojekt machen würden.

00:44:45: So in der Gestaltung von Plakaten, von Wänden, von Sprechendenwänden oder oder oder.

00:44:52: Vielleicht kann ja jedes Kind zu Hause mal fragen, Mama und Papa haben wir ein Foto?

00:45:03: aus unserem Herkunftsland?

00:45:05: oder hat vielleicht der Opa noch ein Bild, wo er früher gewohnt hat?

00:45:10: und also solche Dinge zu sammeln.

00:45:12: Und ich habe übrigens die Erfahrung gemacht dass die Familien da durchaus positiv drauf reagieren Das nur mal so zu sagen, das haben wir kein Interesse daran.

00:45:28: So pauschal würde ich das jetzt gar nicht sagen.

00:45:31: also ich habe gerade in solchen Sachen... In dem Moment wo du dich interessierst wer bist du eigentlich?

00:45:39: Was ist das für eine Familie?

00:45:40: Wo kommt ihr her?

00:45:41: mit eurer Sprache oder mit euer Musik und euren Feiertagen und so erzähle uns, erkläre uns dass da tatsächlich ein Interesse da ist Genau.

00:45:51: Also das heißt morgen fangen wir, ja so könnten wir morgen schon mal anfangen dass wir also die Einrichtung inspezieren, dass wir mit den Kollegen vielleicht mal auf der nächsten Teensitzung mal so kurz ins Gespräch kommen und sagen okay Vorurteile lasst uns mal überlegen Und dann tauscht euch mal ganz ehrlich aus, seid mal ganz ehrlich im kollegialen Austausch und in der Reflektion.

00:46:17: Manchmal ist es ja auch so was habe ich schon gehört?

00:46:20: Was wurde gesagt?

00:46:21: Welche Haltungen wurden eingenommen?

00:46:24: Und dann halt Situationen beobachten der Kinder bzw durch vielleicht Material-Situationen schaffen das wir ins Gespräch kommen unser Ziel Die Stärkung der Gruppe, die Stärkung des einzelnen Kindes.

00:46:43: So dass jedes Kind sich mit der Frage beschäftigt ... Wir gehören doch alle zusammen oder?

00:46:49: Wir sind doch hier die Schneckengruppe!

00:46:52: Da gehören noch alle dazu und da darf doch keiner ausgeschlossen sein.

00:46:58: Und ist das fair?

00:46:59: Ist das richtig?

00:47:00: Was kann ich denn sagen?

00:47:04: Also eine Sache, die ich gerne so sehr gerne empfehle.

00:47:13: Aber das geht jetzt vielleicht schon ein bisschen so sehr in die Aktivitäten... also Antibias bietet auch eine Menge Aktivität an!

00:47:21: Die Idee ist ja auch dabei dass wir können den Kindern das ja nicht kognitiv erklärt.

00:47:27: Also wir können ja sagen, also jemanden auszugrenzen ist böseweil oder das macht man nicht.

00:47:32: Oder Rassismus ist Quatsch und solche Dinge.

00:47:34: so können wir hier nicht vorgehen und es ist immer viel zielführender wenn wir Dinge erfahr- und erlebbar machen.

00:47:44: Und da habe ich auch in den Kitas schon habe ich so Übungen angeregt, die kommen aus dem sogenannten Statonteater.

00:47:58: Also grundsätzlich ist Theaterpädagogik etwas Wunderschönes... Persönlicher Geschmack, wer dafür eine Neigung hat und das schon mal öfter macht weiß was ich meine oder kann sich vorstellen kann.

00:48:12: Vielleicht mal in der Richtung so ein bisschen weiter zu arbeiten.

00:48:16: aber wem das so ein bißchen zu ja exaltiert ist vielleicht weiß ich nicht Theater spielen mehr.

00:48:23: wenn ich sage bin ich nicht für den Typ dafür als pädagogische Fachkraft dann würde das Thema Statuen Theater empfehlen.

00:48:32: Das kommt also auch aus der Theaterpädagogik und die Idee ist, sagen wir mal, wir haben eine Situation vielleicht selbst erlebt so dieses Beispiel von Pia möchte aber Torfrau sein und alle Jungs sind sich einig, ne?

00:48:50: dass wir ein Thema aufgreifen, dass wir das mal durchsprechen und dass wir dann versuchen eine Szene aus diesem Konflikt oder aus dieser Situation nachzustellen.

00:49:04: Dass wir vielleicht also derjenige, der am häufigsten oder am vehementesten sagt nee Pia kann keine Torfrau sein, dass der sagt magst du jetzt vielleicht mal hier die Pia sein um stell dich mal hin wie hat die PIA denn gestell als ihr das gesagt habt.

00:49:27: Also es wird ja, die Kinder stellen die Szene nach!

00:49:33: Und dann machen die also einen Moment sozusagen, Trees bleiben die so stehen.

00:49:38: Was haben denn die anderen?

00:49:41: Die anderen haben gelacht und sie haben gesagt genau richtig!

00:49:45: Die haben mit dem Finger gewunken.

00:49:47: das wollen wir nicht.

00:49:50: Also dass man diese Emotionen auch versucht in einer körperlichen Übung umzusetzen und dann machen wir ein Foto davon.

00:50:04: Ich weiß, das müsste vorher abklären.

00:50:07: Und im zweiten Schritt besprechen wir diese Situation so wie war es für dich als Pia?

00:50:16: Wie war das für euch andere?

00:50:18: und dann in einem zweiten Schritt, wie wäre das denn schöner?

00:50:23: Möchten wir das denn vielleicht lieber haben?

00:50:27: So hin, wie ihr denkt das es gerechter wäre oder fairer wäre.

00:50:33: Und dann könntest du dich überlegen halt ja ich war die Pia und ich war der Hannes, der gesagt hat nötig gibt auf Goldvoll so etwas und wie könnte ich mich denn anders hinstellen?

00:50:46: Dann habe ich zwei Fotos und dann lass uns mal darüber reden Wie war das?

00:50:50: Wie hat sich das angefühlt?

00:50:53: Also das ist so eine Übung, das machen wir auch in der OGS sehr viel schon.

00:50:58: Das heißt es war für die etwas älteren Kinder vielleicht der Kita und für die Kinder aus der offenen Ganztagsschule.

00:51:07: aber was hier halt passiert ist da kommt so das Gefühl oder durch den Körper wird das Gefühl nochmal anders präsent im Menschen.

00:51:22: die Bereiche gut zusammenhängen und also auch für die Kinder gut erfahrbar wären.

00:51:28: Das ist so eine Übung, ich kann nur sagen im Internet findet ihr ganz viele Beispiele dafür und es gibt auf YouTube gibt es Filme wo das gemacht wurde und wo man sich mal anschauen kann wie das aussehen kann.

00:51:49: Also das wäre so eine Ich gerne gebe.

00:51:53: Genau und das ist doch vielleicht auch eine schöne Übung, also zum einen hast du ja gesagt wie fangen wir morgen gleich an?

00:51:58: Und dann eben auch diese Übung um das vielleicht ein bisschen abzuschließen weil ich glaube wir könnten noch stundenlang weiter drüber reden und sich Vorurteile aus unserem Kästchen rausholen.

00:52:10: aber ich finde so es ist doch sehr schön dass wir Ideen haben für morgen und eine Übung, die wir auch schon mitnehmen können.

00:52:16: Katharina ich bedank mich ganz herzlich für all den Inputs und die Ideen, die du uns gebracht hast.

00:52:23: Ich bin sicher, ich werde jetzt die nächsten Tage bei mir auch noch mal ein bisschen genauer hingucken.

00:52:27: Vielen Dank!

00:52:28: Ach das ist wunderbar, ich danke dir.

00:52:29: Daniela.

00:52:30: vielen

00:52:31: Dank!

00:52:33: Gerne Wenn Du in der heutigen Folge neue Impulse für Dein Arbeitsalltag sammeln konntest.

00:52:37: dann lass Dir jetzt dein neues Wissen von der PDQ-Akademie bescheinigen.

00:52:41: Besuche dafür die Online-Lernwelt der Akademie unter lernwelt.pedico-akademie.de.

00:52:48: Nach einer kurzen Lernerfolgskontrolle erhältst du eine Kompetenzbescheinigung für das heutige Thema.

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00:53:00: Meldet dich jetzt an und erhalte Zugriff auf über fünfzig Videokurse und Lernartikel von erfahrenen Expertinnen.

00:53:08: Wusstest schon?

00:53:09: Dieser Podcast wird in regelmäßigen Abständen auch live aufgezeichnet.

00:53:14: Du hast die Möglichkeit online dabei zu sein, die Expertinnen persönlich kennenzulernen und dich direkt am Austausch zu beteiligen!

00:53:21: Die Termine und Infos findest du auf der Homepage der PDQ-Akademie unter dem Suchbegriff Masterclass.

00:53:28: Alle Links findest Du natürlich auch in den Shownotes.

00:53:32: Mach's gut und bis bald in Deiner Lernwelt.

00:53:34: oder zu einer neuen Folge von Weiterwachsen als Kitafachkraft.

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